50 Jahre Freundschaft mit Hasselt

Detmold feiert die Städtepartnerschaft mit Europatagen, Jugendbegegnungen und einem Blick auf die Zukunft

Von Detmolds Redaktion
50 Jahre Freundschaft mit Hasselt
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Die Europatage in Detmold standen 2026 ganz im Zeichen der 50-jährigen Partnerschaft mit der belgischen Stadt Hasselt. Am Freitag, 8. Mai, und Samstag, 9. Mai, prägten zahlreiche Veranstaltungen und Begegnungen das Bild in der Stadt: vom Europäischen Markt über einen feierlichen Empfang im Landestheater bis hin zu Festen in Hiddesen und einer Jugendbegegnung mit internationaler Beteiligung.

Partnerschaft mit historischer Tiefe

Der 9. Mai ist in Detmold traditionell Europatag und ein Tag der Partnerschaften. Die Stadt pflegt Verbindungen nach Hasselt, Saint-Omer, Savonlinna, Oraiokastro und Zeitz. Hinzu kommt eine Freundschaft mit Verona. Im Mittelpunkt der diesjährigen Europatage stand jedoch vor allem die Verbindung zu Hasselt, deren Partnerschaftsurkunde am 27. Mai 1976 unterzeichnet wurde.

Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink ordnete die Partnerschaft in einem historischen Vortrag zur deutsch-belgischen Geschichte ein. Sie erinnerte daran, dass das Verhältnis beider Länder nicht immer einfach gewesen sei. Gerade vor diesem Hintergrund wurde die Entwicklung der Städtepartnerschaft als bemerkenswerter Schritt gewürdigt.

Vom Theaterkontakt zur Jumelage

Wie die Partnerschaft begann, wurde ebenfalls deutlich: Ausgangspunkt waren Gastspiele des Detmolder Theaters. Ein junger Sänger aus Hasselt wirkte an der Bühne mit und gab die Anregung für einen ersten Besuch in seiner Heimatstadt. Aus diesem kulturellen Austausch entwickelte sich nach „990 Tagen Verlobungszeit“ eine Partnerschaft, die später von breitem bürgerschaftlichem Engagement getragen wurde.

Alt-Bürgermeister Friedrich Brakemeier, selbst Hasselter Ehrenbürger, betonte den Sinn einer solchen Jumelage. Sie solle dem Kontakt zwischen Menschen dienen. Auch Detmolds Bürgermeister Frank Hilker stellte die Partnerschaft in einen größeren Zusammenhang und sprach von einem politischen Gemeinschaftsprojekt und einem gelebten Miteinander. Der Hasselter Bürgermeister Steven Vandeput verwies darauf, dass die Partnerschaft zeige, wie fruchtbar und bereichernd grenzüberschreitende Zusammenarbeit sein könne.

Europäischer Markt mit breiter Beteiligung

Fröhlich und international präsentierte sich der Europäische Markt vor der Rosental-Galerie. Dort stellten sich nicht nur die Hasselter mit ihrer Spezialität Genever vor, sondern auch weitere Partnerschafts- und Auslandsgesellschaften, die Europa-Union und Europaschulen. Zudem waren ein afghanischer Kulturverein und die muslimische Gemeinde vertreten.

Das Programm wurde musikalisch ergänzt durch Hans-Hermann Jansen, einen Europachor und das Akkordeonensemble der Johannes-Brahms-Musikschule. Damit erhielt der Markt einen offenen, vielfältigen Charakter, der den europäischen Gedanken der Veranstaltung unterstrich.

Empfang, Marktsymbol und Begegnung in Hasselt

Zu den festlichen Akzenten gehörte auch der Besuch in Hasselt, bei dem Detmolder gemeinsam den neu gestalteten Platz eröffneten. Traditionell wurde dabei der Brunnenfigur Borrelmanneke ein Mäntelchen umgelegt. Das Borrelmanneke war ein Geschenk der Stadt an Hasselt und steht symbolisch für Wirtschaftskraft, Fleiß und Unternehmergeist ebenso wie für Fröhlichkeit und Geselligkeit.

Der Bezug auf die Geneverproduktion und die Viehzucht wurde dabei ebenso erwähnt wie die Rolle des Partnerschaftsvereins Detmold-Hasselt, auf dessen Initiative die ursprüngliche Anlage des Hasselter Platzes in Detmold zurückgeht. Der symbolische Akt verband historische Bezüge mit dem heutigen Miteinander.

Europafest und Jugendbegegnung im Mittelpunkt

Beim Europafest kamen die verschiedenen Stränge der Europatage zusammen. Eine besondere Rolle spielte die parallel laufende Jugendbegegnung mit Teilnehmenden aus Hasselt, Saint-Omer, Oraiokastro und Detmold. Bereits am Freitag hatten sie sich in einer Podiumsdiskussion mit Beteiligungsmöglichkeiten auseinandergesetzt. Beim Fest zeigten sie anschließend mit internationalen Tänzen, dass sich über Grenzen hinweg nicht nur gut zusammenarbeiten, sondern auch gemeinsam feiern lässt.

Unterstützung bekamen sie vom Hasselter Entertainer Jos Tutz mit seinen Liedern. Gemeinsam sorgten sie dafür, dass das Festzelt in Hiddesen in Bewegung geriet. Das Europafest wurde so zu einem sichtbaren Ausdruck der Zukunft der Partnerschaften, die nach den Worten der Beteiligten vor allem bei jungen Menschen liegt.

Würdigung für Verdienste um die Partnerschaft

Der letzte offizielle Akt des 50. Partnerschaftsgeburtstags führte zurück zu den Anfängen der Verbindung. Bürgermeister Steven Vandeput und Frank Hilker ehrten Menschen, die sich um die Städtebeziehung besonders verdient gemacht hatten. Auf Detmolder Seite wurden Peter-Uwe Witt und Friedrich Brakemeier ausgezeichnet, auf Hasselter Seite Marie-Berthe, Zygmund Krzywania, Karolien Mondelaers und Piet Jaspert.

Piet Jaspert hatte als Leiter der Hasselter Tourist Info eine besondere Rolle: Über ihn waren 1973 die ersten Kontakte zwischen der Stadt Hasselt und dem Landestheater entstanden. Die Ehrung machte damit deutlich, wie stark persönliche Initiativen die Partnerschaft geprägt haben.

Ortsteilfest in Hiddesen mit Musik und Auszeichnungen

Die Verbindung von Europafest und Ortsteilfest, die in Detmold am selben Tag stattfinden und ineinander übergehen, prägte auch das Geschehen in Hiddesen. Dort stand das Dorffest im Zeichen von Musik, Begegnung und ehrenamtlichem Engagement. Verschiedene Gruppen und Institutionen präsentierten sich, die Band „Krawallo“ spielte, und Max Jenkins mit seinen Jugendchören brachte zusätzliche Energie auf die Bühne.

Gemeinsam mit Ortsbürgermeister Gerd Töpper und Heimatvereinsvorsitzendem Cord Brüning ehrte Bürgermeister Frank Hilker fünf Hiddeserinnen und Hiddeser, die sich seit Jahren ehrenamtlich für den Ort engagieren.

Geehrte aus Hiddesen

  • Ute Gretenkord, als Seele des Büchereivereins und der Freibadinitiative
  • Toni Möller, für seine Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr
  • Helmut Huneke, Ehrenvorsitzender des Farnclubs und Initiator weiterer Aktivitäten
  • Wilfried Kampmeier, als „lebende Vereinslegende“ des VfL
  • Achim Voigt, als Institution im Kinder- und Jugendturnen
  • Achim Voigt übergab dem Heimatverein zudem ein großes Mosaikwappen für Hiddesen. Das Stück war vor Jahrzehnten angefertigt, von ihm verwahrt und später aufgearbeitet worden. Mit der Ehrung rückte das langjährige ehrenamtliche Engagement in den Mittelpunkt der Veranstaltung.

    Ein Fest der Begegnung mit klarem europäischem Profil

    Die Europatage in Detmold zeigten damit ein breites Spektrum: historische Rückblicke, offizielle Würdigungen, musikalische Beiträge, Jugendbegegnungen und lokal verankertes Engagement. Der Bezug zu Hasselt stand dabei im Zentrum, ohne dass die weiteren Partnerschaften aus dem Blick gerieten.

    Vor allem aber wurde sichtbar, dass die Städtepartnerschaften in Detmold nicht als formale Verbindungen verstanden werden, sondern als lebendige Beziehungen zwischen Menschen, Vereinen und Institutionen. Genau darin lag der Ton dieser Europatage: offen, verbindend und von persönlichem Engagement geprägt.

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