Eickhoffstollen in Ramsbeck ist seit 100 Jahren in Betrieb

Am 28. Oktober 1926 trafen sich die beiden Vortriebe des Eickhoffstollens im Berg. Der Durchschlag galt als ingenieurtechnische Leistung: Die Berechnungen des damals 22-jährigen Markscheiders August Muhs stimmten fast auf den Zentimeter genau. Heute fahren die Gäste des Sauerländer Besucherbergwerks durch den Stollen in den Dörnberg ein.
Ein Bauprojekt in einer schwierigen Zeit
Der Bau hatte 1923 begonnen. Der Stollen sollte die Gruben Dörnberg und Aurora verbinden, die Transportwege verkürzen und Grubenwasser nach über Tage ableiten. Um schneller voranzukommen, wurde gleichzeitig von Ramsbeck und von der Grube Aurora aus gegraben.
Das Projekt fiel in eine Zeit schwerer Umbrüche für den Ramsbecker Bergbau. Nach dem Ersten Weltkrieg waren die Förderzahlen infolge von Sprengstoffmangel stark gesunken; viele Bergleute waren gefallen oder nicht zurückgekehrt. Von Oktober 1923 bis März 1924 ruhte der Betrieb zudem vorübergehend wegen der Inflation. Die Eigentümerin investierte dennoch in die Modernisierung. 1926 hatte die Belegschaft mit mehr als 500 Beschäftigten wieder den Vorkriegsstand erreicht.
Vom Förderweg zur Einfahrt ins Besucherbergwerk
Der Eickhoffstollen ist nach dem Ramsbecker Bergwerksdirektor und Bergassessor Dr. Adalbert Eickhoff benannt, der im Krieg gefallen war. 1955 wurde am Stollen eine neue Waschkaue errichtet, in der sich heute das Bergbaumuseum befindet. Von da an diente der Stollen als zentrale Einfahrt in die Grube.
Nach der endgültigen Einstellung des Bergbaus am 31. Januar 1974 wurde der rund fünf Kilometer lange Stollen für das Schaubergwerk genutzt. Am 27. August desselben Jahres öffnete er dafür erneut. Die originale Grubenbahn aus den 1950er Jahren fährt noch immer rund 1,5 Kilometer durch den Stollen ins Bergwerk. Mehr als 3,5 Millionen Gäste waren laut Besucherbergwerk bereits an Bord.