Mescheder Wirtschaftsfrühstück: Digitalisierung soll Beschäftigte entlasten

Prof. Bernd-Friedrich Voigt erläuterte beim IMW-Unternehmensfrühstück in Meschede, wie Unternehmen Technostress vorbeugen und Beschäftigte bei der Digitalisierung unterstützen können.

Metallteile auf einer Werkbank in einer fiktiven Industriehalle.

KI-generiert · Herausgeber: Hessen App GmbH

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Digitale Technik soll Beschäftigte bei ihrer Arbeit unterstützen – nicht dazu führen, möglichst viele Abläufe möglichst schnell zu digitalisieren. Diese Schlussfolgerung zog Prof. Dr. Bernd-Friedrich Voigt beim jüngsten Unternehmensfrühstück der Interessengemeinschaft Mescheder Wirtschaft (IMW). Mehr als 70 Gäste waren dazu an den Hennesee gekommen.

Voigt von der Fachhochschule Südwestfalen am Standort Meschede sprach unter dem Titel „Technostress: Eine unterschätzte Nebenwirkung der Digitalisierung“ über das Zusammenspiel von Mensch, Technik und Organisation. Dabei stützte er sich unter anderem auf wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem bundesweiten „Monitor Digitalisierung“.

Wenn digitale Helfer zur Belastung werden

Richtig eingesetzt können digitale Technologien Beschäftigte entlasten, unangenehme Tätigkeiten reduzieren und bessere Arbeitsergebnisse ermöglichen. Dafür seien funktionierende Systeme, verlässlicher IT-Support und eine gute Einbindung in die Arbeitsabläufe nötig, erläuterte Voigt.

Belastend könnten dagegen technische Störungen, eine Flut von Informationen, ständige Erreichbarkeit und immer neue Anwendungen wirken. Auch ein steigendes Arbeitstempo und die Sorge, mit der technologischen Entwicklung nicht Schritt zu halten, könnten den Druck erhöhen. Langfristig könne Technostress zu Erschöpfung, Schlafstörungen und sinkender Arbeitszufriedenheit beitragen.

Ältere Beschäftigte seien nicht zwangsläufig stärker betroffen als jüngere, sagte Voigt. Erfahrene Mitarbeitende könnten neue Anwendungen häufig mit ihrem vorhandenen Fach- und Erfahrungswissen verknüpfen; jüngere könnten ebenfalls stärker unter Technostress leiden.

Zeit zum Lernen und bewusst analoge Freiräume

Bei der Einführung neuer Technologien empfahl Voigt, Beschäftigte frühzeitig einzubeziehen, kontinuierliche Weiterbildung anzubieten und genügend Zeit zum Ausprobieren einzuplanen. Da Menschen unterschiedlich schnell auf Veränderungen reagieren, sollten Unternehmen nicht unmittelbar Produktivitätssteigerungen erwarten. Freiräume zum Lernen könnten langfristig die digitale Kompetenz stärken.

Zudem sprach sich Voigt dafür aus, bewusst analoge Elemente im Arbeitsalltag zu fördern. Persönliche Gespräche statt zusätzlicher E-Mails, Bewegungspausen und Zeiten ohne digitale Ablenkung könnten Belastungen mindern. Unternehmen sollten regelmäßig prüfen, wie ihre Beschäftigten die digitale Arbeitsumgebung erleben. Digitales Wohlbefinden könne sowohl die Arbeitszufriedenheit als auch die Attraktivität als Arbeitgeber stärken.

Auch Rathaus-Themen im Austausch

In der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um freiwillige handyfreie Zeiten, die langfristigen Auswirkungen des Homeoffice und die Unterstützung von Mitarbeitenden bei der Einführung neuer Technologien. IMW-Mitglieder und Vertreter der Stadtverwaltung nutzten das Frühstück außerdem zum Austausch und zur Vernetzung. Kämmerer Jürgen Bartholme und Wirtschaftsförderin Christina Wolff brachten aktuelle Themen aus dem Rathaus mit.

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