Olsberg plant eigene HVO-100-Tankstelle für Bauhof und Feuerwehr

Olsberg plant eine Tankanlage für HVO 100 am Baubetriebshof. Die Investition könnte sich laut Berechnung in rund fünf Jahren amortisieren.

Die Stadt Olsberg plant am Baubetriebshof eine eigene Tankanlage für den alternativen Kraftstoff HVO 100. Die Fahrzeuge des Bauhofs sollen damit künftig betankt werden. Auch die Freiwillige Feuerwehr könnte den Kraftstoff nutzen, sofern die jeweiligen Hersteller die Verwendung freigeben.

Bauhofleiter Bernd Pape informierte den Ausschuss Planen und Bauen über die Pläne. Für sämtliche Fahrzeuge des Bauhofs liegen nach einer Abfrage bei den Herstellern bereits Freigaben vor. HVO 100 kann laut Herstellerfreigaben in zugelassenen Dieselmotoren ohne technische Anpassungen eingesetzt werden und ist mit herkömmlichem Diesel mischbar.

Kosten und erwartete Einsparungen

Der Bauhof verbraucht den vorgelegten Zahlen zufolge rund 3.000 Liter Kraftstoff pro Monat, die Feuerwehr weitere rund 750 Liter. Zusammen ergibt das einen geschätzten Jahresverbrauch von etwa 45.000 Litern. Bei direkter Abnahme rechnet die Stadt für HVO 100 mit einem Preisvorteil von rund 20 Cent je Liter gegenüber Diesel. Daraus ergibt sich ein mögliches Einsparpotenzial von etwa 9.000 Euro pro Jahr.

Die Tankanlage einschließlich Installation und Mehrwertsteuer wird mit rund 43.000 Euro veranschlagt. Für Wartung und Pflege kämen etwa 500 Euro jährlich hinzu. Nach den vorgelegten Berechnungen könnte sich die Investition innerhalb von rund fünf Jahren amortisieren.

Kraftstoff für den Notfall

HVO 100 wird aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt und durch eine Wasserstoffbehandlung zu einem Kraftstoff aufbereitet. Die Stadt verweist auf Angaben aus einer Ausschusspräsentation, wonach der Kraftstoff den CO₂-Ausstoß gegenüber fossilem Diesel um bis zu 80 Prozent reduzieren kann. Auch Ruß- und Partikelemissionen könnten geringer ausfallen.

Geplant ist, an der Tankanlage einen Notvorrat von rund 4.000 Litern vorzuhalten. HVO 100 ist laut den vorgelegten Informationen mindestens sieben Jahre lagerstabil und bis minus 34 Grad Celsius kältestabil. Bei entsprechend freigegebenen Fahrzeugen könnte damit auch der saisonale Wechsel zwischen Sommer- und Winterdiesel entfallen.

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