Lippes Gewässer: Auf 62,3 Kilometern ist der ökologische Zustand gut

In Lippe erreichen 62,3 Kilometer Fließgewässer einen guten ökologischen Zustand. Das sind 10,3 Prozent der insgesamt rund 600 Kilometer, die im Kreis bewertet wurden. 2012 lag der Anteil noch unter fünf Prozent. Nach Angaben der Unteren Wasserbehörde liegt Lippe damit leicht über dem deutschen Durchschnitt von acht bis zehn Prozent.
Insgesamt wurden 50 Gewässer bewertet. Einen guten chemischen Zustand weisen rund 81 Prozent der lippischen Gewässer auf. Die Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie sind im Kreis nach Angaben der Behörde bei zehn Gewässern erreicht, darunter Strothe, Kalle und Passade.
Mehr als sauberes Wasser
Die 2000 verabschiedete EU-Richtlinie setzt einheitliche Ziele für oberirdische Gewässer und das Grundwasser. Neben der Wasserqualität geht es darum, Gewässer als Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu erhalten und ökologisch weiterzuentwickeln. Der erste Bewirtschaftungsplan für Nordrhein-Westfalen wurde 2010 veröffentlicht und seitdem zweimal fortgeschrieben. Die dritte Fortschreibung für den Zeitraum 2028 bis 2033 will das Land spätestens im Dezember 2027 vorlegen.
Der ökologische Zustand wird unter anderem daran gemessen, wie artenreich Fische, Insekten und Algen vorkommen. Dabei werden Gewässer mit vergleichbaren natürlichen Bedingungen herangezogen. Für die chemische Bewertung prüft das Landesumweltamt die Konzentration von 50 ausgewählten Chemikalien; entscheidend ist, ob die festgelegten Normen eingehalten werden.
600 Maßnahmen umgesetzt
Zur Entwicklung der Gewässer trägt laut Kreis das Beschäftigungsprojekt „Wasser im Fluss“ bei. Menschen vom zweiten Arbeitsmarkt kümmern sich dabei um die Gewässerentwicklung. Nach Angaben der Unteren Wasserbehörde wurden bislang 600 Maßnahmen umgesetzt, weitere 100 sind geplant.