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Aktion zum Tag der Wohnungslosen in Iserlohn: Hilfsnetzwerk und Care-Taschen

Über 150 Gäste informierten sich am 11. September zwischen 14 und 17 Uhr in und vor der Reformierten Kirche Iserlohn über Soforthilfen sowie Beratungs- und Unterstützungsangebote.

Von Presse-Service.de14.09.26, 16:20

Mehr als 150 Gäste kamen am Freitag, 11. September, in und vor der Reformierten Kirche Iserlohn an der Wermingser Straße 9 zu einer gemeinsamen „Aktion zum Tag der Wohnungslosen“. Beteiligt waren die Stadt Iserlohn, die Diakonie Mark-Ruhr, der Caritasverband (Streetwork), die Anonyme Drogenberatung e. V. Iserlohn, die Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. und die „Werkstatt im Hinterhof“ der Arbeiterwohlfahrt (AWO).

Zwischen 14 und 17 Uhr konnten Besucher das Hilfsnetzwerk kennenlernen, Soforthilfen in Anspruch nehmen oder miteinander ins Gespräch kommen. Im Rahmen der Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE!“ wurden zudem die Unterstützungsangebote der Wohnungslosenhilfe der Diakonie Mark-Ruhr sowie die Beratungs- und Hilfsangebote der beteiligten Einrichtungen vorgestellt.

Oliver Funke, Leiter der städtischen Abteilung Unterbringung, Ehrenamt und Beschäftigung, sowie Iserlohns stellvertretender Bürgermeister Michael Scheffler eröffneten die Veranstaltung mit einem Grußwort. Direkt vor Ort wurden wohnungslose Menschen durch die Ausgabe von „Care-Taschen“ unterstützt. Eine multimediale Ausstellung mit Bild-, Video- und Tonaufzeichnungen zeigte beispielhaft die Hintergründe betroffener Menschen und gesellschaftspolitische Herausforderungen. Für ein musikalisches Rahmenprogramm sorgte „Liedermacher Lukas“, dazu gab es ein Kuchen- und Pizzabuffet.

Hilfswege vom Erstkontakt bis zur Wohnung

Unter den Gästen waren auch ehemals Wohnungslose, die berichteten, dass es ihnen inzwischen gut gehe, nachdem sie nach ihrer Unterbringung in einer der beiden Iserlohner Sammelunterkünfte und der zwischenzeitlichen Anmietung einer von 13 städtischen Wohnungen den Sprung auf den freien Wohnungsmarkt geschafft hatten.

Tatjana Hegmann-Thomas, Diplom-Sozialarbeiterin der Stadt Iserlohn, begleitet das Landesprojekt „Endlich ein ZUHAUSE!“ und vermittelt in Kooperation mit dem Hilfsnetzwerk vom Erstkontakt bis in die eigenen vier Wände. Sie betonte, dass es sinnvoll sei, sich bereits dann zu melden, sobald Rechnungen nicht mehr bezahlt werden können und damit noch vor dem Wohnungsverlust.

Als Beispiel wurde Norbert Hellmann genannt. Der 75-Jährige war nach einer Operation wohnungslos geworden und ist derzeit in einer der beiden Sammelunterkünfte in Iserlohn untergebracht. Der ehemalige Vorsitzende des Jazzclubs Iserlohn rief dazu auf, sich frühzeitig Hilfe zu suchen. Sein Wunsch ist neben einer bezahlbaren Wohnung eine eigene Gitarre sowie ein Laptop, um über sein Leben ein Buch zu schreiben.

Hegmann-Thomas berichtete außerdem, dass bis September 2026 allein bei der Stadt Iserlohn insgesamt 115 Beratungsanfragen eingegangen sind. Sie geht deshalb davon aus, dass die Vorjahresgesamtzahl von 137 Hilfesuchenden noch einmal übertroffen wird. Grundsätzlich brauche es höhere Bemessungsgrenzen im Märkischen Kreis, um Wohnraum bezahlbarer zu machen und Menschen leichter vermitteln zu können. Die Stadt halte deshalb als Zwischenschritt 13 städtische Wohnungen vor, in denen ein Übergang getestet werden könne.

Bundesweiter Aktionsplan

Mit ihrem nationalen Aktionsplan verfolgt die Bundesregierung das Ziel, die Obdach- und Wohnungslosigkeit in Deutschland bis 2030 zu überwinden. Das diesjährige Motto der bundesweiten Aktion lautete: „Hinschauen. Aktiv werden.“ Gemeinsam gegen Wohnungsnot.

Weitere Informationen zur Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE!“ sind unter www.mags.nrw/endlich-ein-zuhause zu finden.

Für Informationen und Rückfragen zur „Aktion zum Tag der Wohnungslosen“ und den damit verbundenen Angeboten steht Tatjana Hegmann-Thomas aus der Abteilung Unterbringung, Ehrenamt und Beschäftigung bei der Stadt Iserlohn zur Verfügung. Sie ist telefonisch unter 02371 217-1637 und per E-Mail an [email protected] erreichbar.

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