Alte Niers fließt im Heinz Sielmann Biotop wieder oberirdisch
Neuer Bachlauf zwischen Düsseldorfer Straße und Sonnenstraße übergeben – mit Biotoptypen für Ufer, Auen und artenreiches Grünland
Im künftigen Heinz Sielmann Biotop in Mönchengladbach-Rheydt fließt die Alte Niers seit Mittwoch, 2. September 2026, wieder oberirdisch. Der neu angelegte Bachlauf zwischen Düsseldorfer Straße und Sonnenstraße wurde im Beisein von Nordrhein-Westfalens Umweltminister Oliver Krischer und Oberbürgermeister Felix Heinrichs feierlich der Natur übergeben.
Rund um das Gewässer soll in den kommenden Monaten eine artenreiche Landschaft mit unterschiedlichen Biotopen entstehen. Erstmals seit Jahrzehnten fließt die Alte Niers auf dem Teilabschnitt nördlich des Bresgesparks wieder an der Oberfläche. Zuvor war der Bach dort über viele Jahre unterirdisch kanalisiert.
Gemeinsames Naturschutzprojekt
Im Rahmen eines gemeinsamen Naturschutzprojekts entwickeln die Stadt Mönchengladbach, die NEW, mags und die Heinz Sielmann Stiftung die rund zwei Hektar große Fläche zu einem naturnahen Lebensraum mit Ufer- und Auenbereichen, artenreichem Grünland und heimischen Gehölzen. Ein öffentlicher Weg und Informationsangebote sollen das Gelände zugleich für die Bevölkerung als Ort für Naturerlebnisse und Naherholung erschließen.
Oliver Krischer bezeichnete das Projekt als Beispiel dafür, wie Naturschutz und Stadtentwicklung erfolgreich zusammengebracht werden können. Es entstünden neue Lebensräume und zugleich ein Ort, an dem Menschen Natur unmittelbar erleben könnten. Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs verwies auf den in Rheydt geborenen Heinz Sielmann, der mit seinen Natur- und Tierfilmen Millionen Menschen die Tierwelt nähergebracht habe. Das neue Biotop knüpfe daran an, indem es Naturerlebnis und die Entwicklung eines neuen Lebensraums verbinde.
Beitrag zur klimaresilienten Stadt
Die Offenlegung der Alten Niers fügt sich nach Angaben der Stadt auch in ihre Pläne zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels ein. Mönchengladbach verfolgt das Ziel, Grün- und Wasserstrukturen stärker zu vernetzen, Flächen zu entsiegeln und die Stadt widerstandsfähiger gegenüber Hitze, Trockenheit und Starkregen zu machen.
Claudia Schwan-Schmitz, Technische Beigeordnete und Dezernatsleiterin für Planen, Bauen, Mobilität und Umwelt der Stadt Mönchengladbach, erläuterte, offene Gewässer, naturnahe Ufer und Feuchtwiesen könnten dazu beitragen, Wasser stärker in der Landschaft zu halten und zugleich kühlende, ökologisch wertvolle Räume zu schaffen. Mit Gewässerrenaturierungen wie an der Alten Niers und weiteren Maßnahmen verfolge die Stadt diesen Ansatz bereits an mehreren Stellen und wolle ihn weiter ausbauen.
Umsetzung durch die NEW
Die wasserbauliche Planung und Umsetzung des Projekts liegen bei der NEW, die bereits andere Gewässer in Mönchengladbach wie den Bungtbach renaturiert hat. Eine Besonderheit des Vorhabens an der Alten Niers ist laut Mitteilung die Verbindung von Gewässerentwicklung, Naturschutz und öffentlicher Besucherlenkung auf einer innerstädtischen Fläche.
Thomas Bley, Vorstand der NEW, verwies darauf, dass die besondere Herausforderung darin bestehe, einen bislang verrohrten Gewässerabschnitt im städtischen Raum wieder offenzulegen und dabei Wasserwirtschaft, Naturschutz und öffentliche Nutzung zusammenzubringen. Das Projekt sei keine Schablone, die sich eins zu eins übertragen lasse, aber ein gutes Beispiel dafür, wie vergleichbare Vorhaben gemeinsam mit starken Partnern entwickelt werden können.
Namensgeber Heinz Sielmann
Das neue Biotop trägt den Namen des Tierfilmers und Naturschützers Heinz Sielmann, der 1917 in Rheydt geboren wurde. Gemeinsam mit seiner Frau Inge gründete er 1994 die Heinz Sielmann Stiftung. Das Biotop soll an seinem Geburtsort dauerhaft Naturschutz und Naturerleben miteinander verbinden.
Dr.-Ing. E.h. Fritz Brickwedde, Vorsitzender des Stiftungsrates der Heinz Sielmann Stiftung, sagte, Heinz Sielmann wäre sicher stolz auf das, was in seiner Geburtsstadt entstehe. Er habe sein Leben lang dafür geworben, Natur zu beobachten, zu verstehen und zu schützen. Genau dafür solle auch das Heinz Sielmann Biotop an der Alten Niers stehen. Mit der Inbetriebnahme des neuen Bachlaufs sei ein weiterer Meilenstein erreicht. Die Einweihung des Biotops ist für den 2. Juni 2027 geplant, mit dem Ziel, es im kommenden Jahr zu Heinz Sielmanns 110. Geburtstag feierlich zu eröffnen.
Nach der Fertigstellung des Bachlaufs steht ab September die Gestaltung der umliegenden Flächen an. Geplant sind unter anderem Blühflächen, Steinhaufen und Benjeshecken sowie die Pflanzung zahlreicher Bäume und Sträucher.
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