Ennepe-Ruhr-Kreis veröffentlicht ersten Kindergesundheitsbericht
Wie gesund sind Kinder im Ennepe-Ruhr-Kreis, und wo gibt es Unterstützungsbedarf? Der erste Kindergesundheitsbericht des Kreises, „Kinder im Fokus“, wertet Untersuchungen aus und gibt einen Überblick über Präventionsangebote und mögliche Handlungsfelder.
Für den Bericht wurden Daten von mehr als 3.000 Schuleingangsuntersuchungen und rund 5.000 zahnärztlichen Untersuchungen an Grundschulen ausgewertet. Sie stammen aus dem Zeitraum von August 2024 bis Juli 2025. Die Ergebnisse zeigen den Status quo und Unterschiede, erlauben laut Bericht aber keine unmittelbaren Rückschlüsse auf deren Ursachen.
Auffälligkeiten bei Entwicklung und Sprache
Bei mehr als der Hälfte der Kinder wurde in der Schuleingangsuntersuchung mindestens ein auffälliger Befund verzeichnet. Bei rund 17 Prozent empfahlen Ärztinnen des Gesundheitsamtes eine erstmalige oder erneute ärztliche Abklärung. Rund 20 Prozent zeigten Schwierigkeiten im Umgang mit Zahlen und Mengen; bei knapp einem Viertel wurden bei der Körperkoordination grenzwertige oder auffällige Ergebnisse festgestellt. Je länger Kinder eine Kita besucht hatten, desto häufiger waren ihre Untersuchungsergebnisse unauffällig.
Bei rund drei Vierteln der Kinder mit Deutsch als Erstsprache war die Sprachkompetenz altersgerecht. Bei Kindern mit einer anderen Erstsprache zeigten 70 Prozent in der Untersuchung keine altersgerechte Sprachkompetenz. Petra Steding, Sachgebietsleiterin Kinder- und Jugendgesundheit, betont die Bedeutung früher Unterstützung: „Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es ist, die sprachliche Entwicklung frühzeitig in den Blick zu nehmen und Kinder entsprechend ihrem individuellen Bedarf zu fördern. Sprache ist schließlich eine wesentliche Voraussetzung, um sich mit anderen austauschen und erfolgreich lernen zu können“.
Vorsorge und Zahngesundheit
Die Teilnahmequoten an den ausgewerteten Früherkennungsuntersuchungen lagen zwischen 90 und 93 Prozent. Von den Kindern, für die ein Impfpass vorgelegt wurde, hatten knapp 95 Prozent einen vollständigen Masernimpfschutz.
Bei 47 Prozent der Kinder in den zweiten Klassen gab es bereits Karieserfahrung im Milchgebiss. Von den betroffenen Kindern hatten 70 Prozent mindestens einen unbehandelten kariösen Milchzahn. Der Bericht weist zudem auf Unterschiede beim Kariesrisiko zwischen den Grundschulen hin.
Als Präventionsangebote nennt der Kreis das aktualisierte Kitaprogramm „RückENwind“, das Kinder, Familien und pädagogische Fachkräfte in den Bereichen Bewegung, Gefühle, Sprache und Entwicklung unterstützt. Daran beteiligen sich derzeit 57 Kindertageseinrichtungen in den neun kreisangehörigen Städten. Für die Zahngesundheit verweist der Bericht auf die Initiative „Kita mit Biss“.
Der vollständige Bericht ist über die Mitteilung des Ennepe-Ruhr-Kreisesexterner Link, öffnet ein neues Fenster abrufbar.