Henrik Protzel schließt Ausbildung zum Erzieher mit Bestnote ab

Henrik Protzel schließt Ausbildung bei der Stadt Iserlohn mit Bestnote ab
Die Stadt Iserlohn hat Henrik Protzel für einen außergewöhnlichen Ausbildungsabschluss geehrt. Der 22-Jährige absolvierte seine Ausbildung zum Erzieher im Offenen Ganztag an der Grundschule Auf der Emst nach Angaben der Stadt mit der Bestnote „Sehr gut“ in allen Prüfungen. Bürgermeister Michael Joithe gratulierte ihm dazu persönlich in seinem Büro und sprach von einer großen Ausnahme, wenn jemand „komplett mit Eins abschneidet“.
Als Anerkennung erhält Protzel neben dem Dank des Bürgermeisters einen Tag Dienstbefreiung. Seine Ausbildung hatte er zum Ausbildungsstart am Dienstag, 1. September, abgeschlossen. Zuvor hatte er nach dem Abitur zunächst ein duales Studium als Fitnessökonom begonnen, sich dann aber für einen anderen Weg entschieden. Nach dem abgebrochenen Studium folgte eine Ausbildung im Labor, die sich im Arbeitsalltag als Handwerksberuf herausstellte. Anschließend arbeitete er ein Jahr in einem Bestattungsunternehmen, bevor er den Weg zur Stadt Iserlohn einschlug.
Stationen vom Studium bis zur Erzieherausbildung
Protzel berichtete, dass er früh das Gefühl gehabt habe, direkt in die Arbeitswelt hineingeschmissen zu werden. Im Rückblick habe ihm die Zeit geholfen, sich bewusst zu machen, was er wirklich wolle. Einen Bezug zu Iserlohn habe er schon immer gehabt; außerdem spiele er heute noch Inline-Skaterhockey bei den Mendener Mambas oder im Winter Eishockey in Bergkamen. Frühere Erfahrungen mit Kindern sammelte er über Angebote des Christlichen Vereins Junger Menschen sowie ein späteres Ehrenamt als Betreuer.
Nach einer zweijährigen schulischen Ausbildung am Friederike-Fliedner-Berufskolleg absolvierte Protzel sein Anerkennungsjahr an der Offenen Ganztagsschule Auf der Emst. Seine Abschlussarbeit widmete er der Entwicklung von Zwillingen, die in unterschiedlichen Klassen eingeschult wurden. Nach Angaben der Stadt wurde er durch seine Motivation und seine positive Haltung durch die Prüfungen getragen.
Arbeit im Offenen Ganztag
Die tägliche Arbeit besteht für Protzel neben der Hausaufgabenbetreuung darin, die Kinder in der Freizeit im Offenen Ganztag zu begleiten, mit ihnen zu spielen und für sie da zu sein. Er selbst beschreibt die schönsten Momente des Berufs als freudestrahlendes Lachen und ein ehrliches Danke. Bürgermeister Joithe hob in diesem Zusammenhang hervor, dass er sich besonders über männliche Bezugspersonen im Bereich der Erziehung freue.
Protzel betonte, dass in seinem Team vier Männer und mehr als dreimal so viele Frauen arbeiten. Einen Unterschied im Umgang mit den Kindern gebe es nicht, wichtig seien jedoch sowohl männliche als auch weibliche Bezugspersonen. Für die Zukunft kündigte er an, ein berufsbegleitendes Studium der Kindheitspädagogik zu beginnen. Durch die Anrechnung seiner Ausbildung benötige er dafür nur die Hälfte der Regelstudienzeit. Gleichzeitig schloss er nicht aus, dauerhaft an der OGS Auf der Emst zu bleiben.
Als Rat an neue Auszubildende empfiehlt er, Spaß an der Arbeit zu haben, auch aus schlechten Tagen zu lernen und Hilfe anzunehmen. Den freien Tag will er nach eigenen Angaben nutzen, um den anstehenden Familienurlaub an der Ostsee um einen Tag zu verlängern.