Herten lädt zum Gedenken an die Opfer der Pogromnacht ein

Herten gedenkt der Pogromnacht: Am 9. November steht bei einer öffentlichen Veranstaltung die jüdische Familie Heimberg im Mittelpunkt.

Von Presse-Service.de1 Min. Lesezeit

In Herten ist für Montag, 9. November, eine öffentliche Gedenkveranstaltung anlässlich der Pogromnacht und antisemitischer Gewalt angekündigt. Beginn ist um 17.30 Uhr an der Kirche St. Maria Heimsuchung, Feldstraße 252. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Gestaltet wird das Gedenken gemeinsam von Vertreterinnen und Vertretern der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie der Stadtverwaltung. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die jüdische Familie Heimberg, die einst ein Kaufhaus an der Feldstraße 273 in Langenbochum betrieb.

Erinnerung an Verfolgung und Vernichtung

Die Novemberpogrome vom 9. auf den 10. November 1938 waren eine Eskalation der nationalsozialistischen Verfolgung. In ganz Deutschlandexterner Link, öffnet ein neues Fenster wurden Synagogen in Brand gesetzt sowie jüdische Geschäfte, Einrichtungen und Wohnungen geplündert und zerstört. Jüdinnen und Juden wurden misshandelt und ermordet; Tausende wurden verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt.

Die Verfolgung hatte bereits 1933 begonnen. Das nationalsozialistische Regime rief am 1. April zum reichsweiten Boykott jüdischer Geschäfte auf. Mit dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April begann zudem die systematische Ausgrenzung politisch missliebiger und jüdischer Beschäftigter aus dem öffentlichen Dienst. Die sogenannten Nürnberger Gesetze von 1935 verankerten und verschärften die Entrechtung der jüdischen Bevölkerung. Insgesamt sechs Millionen Menschen fielen dem nationalsozialistischen Völkermord zum Opfer.

Das Gedenken soll an die Verbrechen erinnern und zugleich dazu mahnen, Antisemitismus, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten.

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Konrad Mayer

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