Konzept für den Umgang mit marginalisierten Menschen im öffentlichen Raum

Soziales-Ausschuss stellt Konzept für Umgang mit marginalisierten Menschen im öffentlichen Raum vor: GISS erarbeitet 15 Bausteine für Mönchengladbach.

Von Presse-Service.de2 Min. Lesezeit

Im Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Senioren und Gleichstellung ist am Donnerstag, 24. September, das Konzept zum Umgang mit marginalisierten Menschen im öffentlichen Raum vorgestellt worden. Die Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung e.V. (GISS) hat das Papier im Auftrag der Stadt Mönchengladbach erarbeitet. Ziel sind Maßnahmenvorschläge, um Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum zu reduzieren.

Das Konzept bezieht sich auf Menschen, die sich häufig im öffentlichen Raum aufhalten und besondere Unterstützung benötigen. Oberbürgermeister Felix Heinrichs sprach von einem „besonderen Weg“ der Stadt. Statt kurzfristiger Einzelmaßnahmen habe man sich für eine gründliche Analyse entschieden. Nun liege eine Sammlung von Best-Practice-Beispielen vor, über die mit Politik, Verbänden und Fachleuten beraten werden solle. Trotz begrenzter Finanzen wolle die Stadt die Situation vor allem in den Innenstädten und rund um die Hauptbahnhöfe verbessern.

Nach Einschätzung der GISS ist das bestehende Hilfesystem in Mönchengladbach grundsätzlich positiv aufgestellt. Die Hilfen seien gut abgestimmt und miteinander vernetzt. Verbesserungsbedarf sieht die Gesellschaft vor allem dort, wo einzelne Gruppen mit den vorhandenen Angeboten bisher nicht ausreichend erreicht werden. Auch die Straßensozialarbeit bewertet die GISS im Vergleich mit anderen Städten als gut ausgestattet.

Die GISS unterscheidet mehrere Gruppen, die im öffentlichen Raum besonders im Fokus stehen. Dazu zählen wohnungslose Menschen, die Alkohol oder andere Drogen konsumieren, Menschen mit psychischen Erkrankungen, die von bestehenden Hilfsangeboten nur schwer erreicht werden, mittellose EU-Bürger*innen sowie Menschen mit eigener Unterkunft, die sich häufig im öffentlichen Raum aufhalten. Wohnungslose Frauen und junge Erwachsene gelten der GISS zudem als besonders schutzbedürftige Gruppen.

Für die Erarbeitung des Konzepts hat die GISS bestehende Hilfsangebote untersucht, Fachleute und betroffene Menschen einbezogen sowie die Situation an verschiedenen Orten in Gladbach und Rheydt betrachtet. Außerdem wurden Erfahrungen und Angebote aus anderen Städten ausgewertet.

Das Konzept enthält 15 modulare Bausteinvorschläge in fünf Bereichen. Genannt werden Unterbringung, Tagesaufenthalte, Suchthilfe, Hilfen direkt vor Ort und Wohnraumversorgung. Vorgeschlagen werden unter anderem Änderungen bei der Notübernachtung und zusätzliche aufsuchende Hilfen. Hinzu kommen Toleranzflächen für Drogenkonsum und ein Suchthilfezentrum. In einer späteren Stufe sieht das Konzept weitere leicht zugängliche Übernachtungsangebote sowie einen Drogenkonsumraum vor.

Sebastian Dreyer, Beigeordneter für Soziales, Jugend und Gesundheit, verwies auf bereits umgesetzte Bausteine der Stadt. Als Beispiel nannte er die neue Notschlafstelle an der Breite Straße, mit der sich die Situation obdachloser Menschen deutlich verbessert habe. Die Ideen aus dem Konzept gälten nun als Leitplanken für die weitere Arbeit.

Mit der Vorstellung des Konzepts ist noch keine Entscheidung über die Umsetzung der einzelnen Bausteine verbunden. Das vollständige Konzept ist im Ratsinformationssystem der Stadt Mönchengladbach abrufbar unter https://ris-moenchengladbach.itk-rheinland.de/sessionnetmglbi/vo0050.asp?_kvonr=21389.

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