Mönchengladbach steigt im Smart City Index 2026 auf Platz 12
Der Indexwert wächst von 78,4 auf 84,8 Punkte; besonders stark entwickeln sich „Gesellschaft und Bildung“ sowie Mobilität und IT und Kommunikation.
Mönchengladbach hat im Smart City Index des Branchenverbands Bitkom deutlich zugelegt und erreicht in der Ausgabe 2026 Platz 12 unter den 83 deutschen Großstädten. Damit verbessert sich die Stadt gegenüber dem Vorjahr um 18 Plätze. Der Indexwert steigt von 78,4 auf 84,8 Punkte. Bitkom zählt Mönchengladbach damit zu den Aufsteigern des Jahres.
Besonders stark schneidet Mönchengladbach in der Kategorie „Gesellschaft und Bildung“ ab. Dort verbessert sich die Stadt von Platz 8 auf Platz 3. Auch in anderen Bereichen geht es nach oben: Bei Mobilität erreicht Mönchengladbach Platz 25 und legt um 24 Ränge zu. In „IT und Kommunikation“ verbessert sich die Stadt um 21 Plätze, die Verwaltung um zwölf Plätze auf Rang 21.
Oberbürgermeister Felix Heinrichs sieht in dem Ergebnis eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges. Er verweist darauf, dass sich die Stadt in den vergangenen Jahren vom Platz 40 über Platz 30 auf nun Platz 12 verbessert habe. Entscheidend sei für ihn nicht allein der Rang, sondern dass Digitalisierung den Alltag der Menschen einfacher und die Stadt handlungsfähiger mache. Daran arbeite Mönchengladbach in der Verwaltung, in Schulen, bei Mobilität, Infrastruktur und Beteiligung.
Fortschritte in der Verwaltung
In der Kategorie Verwaltung verbessert sich Mönchengladbach um zwölf Plätze. Besonders deutlich fällt der Zuwachs bei digitalen Angeboten für Bevölkerungsanliegen aus. Der Wert steigt von 62,5 auf 80 Punkte. In die Bewertung gehen unter anderem der neue Chatbot und der digitale Mängelmelder ein. Beide Angebote erleichtern den Zugang zu Informationen und ermöglichen es, Anliegen unabhängig von Öffnungszeiten digital an die Verwaltung zu richten.
Starker Sprung bei IT und Kommunikation
Auch in der Kategorie „IT und Kommunikation“ setzt sich die positive Entwicklung fort. Nach einem Plus von zehn Plätzen im Vorjahr gewinnt Mönchengladbach diesmal weitere 21 Ränge hinzu. Besonders deutlich zeigt sich der Fortschritt beim Umgang mit Smart-City-Daten. Hier steigt der Wert von 41,7 auf die Höchstwertung von 100 Punkten. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet das Smart City Dashboard, das städtische Daten bündelt und Entwicklungen sowie Informationen digital zugänglich macht.
Deutliche Verbesserungen bei Mobilität
Den größten Sprung macht Mönchengladbach in der Kategorie Mobilität. Nach einem Rückgang um 15 Plätze im vergangenen Jahr verbessert sich die Stadt diesmal um 24 Ränge. Fortschritte gibt es unter anderem bei den Sharing-Angeboten. Der Wert steigt von 66,5 auf 76,9 Punkte.
Beim smarten öffentlichen Nahverkehr verbessert sich Mönchengladbach von 68,8 auf 95 Punkte. Bewertet werden dabei unter anderem Handytickets, bargeldlose Bezahlung, Apps, digitale Informationen zur Auslastung und freies WLAN. Auch die Vorbereitung autonomer Mobilitätsangebote wird berücksichtigt.
Deutlich verbessert hat sich zudem das smarte Verkehrsmanagement. Der Wert steigt von 63,6 auf 95 Punkte. In die Bewertung fließen unter anderem intelligente Ampelanlagen, eine KI-basierte Ampelsteuerung für Shuttlebusse und der Aufbau eines digitalen Verkehrsschilderkatasters ein.
Schulen fast auf Bestniveau
In der Kategorie „Gesellschaft und Bildung“ geht es für Mönchengladbach noch einmal um fünf Plätze nach vorne. Besonders deutlich ist die Entwicklung bei der Digitalisierung der Schulen. Hier steigt die Bewertung von 74,6 auf 98,7 Punkte.
Als Beispiel für digitale Beteiligung nennt die Stadt die digitale Spielplatzentwicklung. Das Projekt wurde gemeinsam von mags, dem Fachbereich Kinder, Jugend und Familie, dem Smart-City-Team und der Hochschule Niederrhein entwickelt. Geplante Spielplätze können dabei als digitales 3D-Modell dargestellt werden. Mit VR-Brillen lassen sich Entwürfe direkt vor Ort dreidimensional erleben. Vor allem ältere Kinder und Eltern können Planungen so frühzeitig nachvollziehen und eigene Rückmeldungen einbringen.
Energie und Umwelt mit Rückgang
In der Kategorie „Energie und Umwelt“ fällt Mönchengladbach dagegen um zehn Plätze zurück. Nach Angaben der Stadt ist dieser Rückgang vor allem auf Kennzahlen zurückzuführen, die nur begrenzt unmittelbar durch die Stadt gesteuert werden können. Dazu zählen der Anteil von Elektrofahrzeugen und bestimmte Energielösungen.
Bei städtischen Themen fällt die Bilanz hingegen positiv aus. Im neu aufgenommenen Kriterium Wärmeplanung erreicht Mönchengladbach die Höchstwertung von 100 Punkten. Die Stadt weist zugleich darauf hin, dass der Smart City Index nicht nur einzelne Projekte, sondern auch strukturelle und externe Faktoren abbildet. Veränderungen im Ranking müssten deshalb immer im Zusammenhang mit den einzelnen Kriterien betrachtet werden.
Der Smart City Index wird seit 2019 vom Digitalverband Bitkom erstellt. Für die Ausgabe 2026 wurden alle 83 deutschen Städte mit mindestens 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern untersucht. Bewertet werden die Bereiche Verwaltung, IT und Kommunikation, Energie und Umwelt, Mobilität sowie Gesellschaft und Bildung.
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