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Multimediale Ausstellung in Iserlohn zeigt Ergebnisse einer Fahrt nach Albinea

Jugendliche präsentierten Plakate, Fotocollagen und Wortbeiträge – die Schau läuft bis Mitte Oktober in der Reformierten Kirche und anschließend in der Volkshochschule Iserlohn.

Von Presse-Service.devor 1 Tag

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Finissage der Ausstellung „Unsere Visionen für ein freiheitlich-demokratisches Europa“15.10.26, 18:00Fanny-van-Hees-Saal der VHS Iserlohn

In der Reformierten Kirche in Iserlohn ist eine multimediale Ausstellung eröffnet worden, die als Ergebnis einer Gedenkstättenfahrt nach Albinea in der italienischen Region Emilia-Romagna entstanden ist. Unter dem Titel „Unsere Visionen für ein freiheitlich-demokratisches Europa – aus der Vergangenheit in die Gegenwart für die Zukunft lernen!“ präsentierten Jugendliche am Freitag, 18. September, Plakate, Fotocollagen und Wortbeiträge. Rund 50 Gäste kamen zur Eröffnung.

Die Jugendgruppe hatte Ende August gemeinsam mit Bürgermeister Michael Joithe sowie Begleitpersonen unter anderem aus der städtischen Abteilung Jugendarbeit (erzieherischer Jugendschutz) der Stadt Iserlohn an der Fahrt „auf den Spuren von Erwin Schlünder“ teilgenommen. Aus den Eindrücken dieser Reise entwickelten die Beteiligten die Ausstellung, die in Rekordzeit von drei Wochen mit 62 Exponaten zusammengestellt wurde.

Zur Eröffnung begrüßte der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Iserlohn, Heinz Balkenhoff, das Publikum. Auch Bernd Schlünder, der Neffe des damals 22-jährigen Iserlohner Wehrmachtssoldaten Erwin Schlünder, sprach bei der Vernissage. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung mit eigens komponierten Klavierstücken von Elif Tanriover.

Ausstellung noch bis Mitte Oktober zu sehen

Die Ausstellung wird bis Samstag, 3. Oktober, in der Reformierten Kirche gezeigt. Ab Dienstag, 6. Oktober, ist sie in der Volkshochschule Iserlohn zu sehen. Dort endet sie mit einer Finissage am Donnerstag, 15. Oktober, um 18 Uhr im Fanny-van-Hees-Saal der VHS Iserlohn, Bahnhofsplatz 2.

Für die Teilnahme an der Finissage ist eine Anmeldung erforderlich. Diese ist online über die Webseite der VHS Iserlohn unter www.vhs-iserlohn.de unter der Kursnummer 262_11140 möglich.

Erinnerung, Widerstand und Zukunft

Schon am Eingang der Reformierten Kirche führen Fußabdrücke die Besucherinnen und Besucher „auf die Spuren von Erwin Schlünder“. Links und rechts der Kanzel rahmen große Banner die Ausstellung mit den Botschaften „Nie wieder Krieg“ und „Nie wieder Faschismus“.

Die Schau ist in die vier Bereiche Verbrechen, Widerstand, Erinnerung und Zukunft gegliedert. Gezeigt werden Orte, die die Jugendlichen im Rahmen der Fahrt besucht haben, darunter die Villa Calvi und die Villa Rossi, in denen die deutsche Wehrmacht stationiert war und in denen Erwin Schlünder seine letzten Tage verbrachte.

Die Idee zur Ausstellung ging nach Angaben der Stadt von den Jugendlichen selbst aus. Besonders die Erkenntnis, dass Erwin Schlünder nicht älter als sie selbst geworden ist, habe viele bewegt. Ihre Gedanken, Emotionen und Wünsche für die Zukunft haben die 15- bis 21-Jährigen in multimediale Kunstobjekte übertragen. Einer ihrer Wünsche ist es, dass sich die historisch gewachsene Freundschaft zwischen Iserlohn und Albinea dauerhaft zu einer offiziellen Städtefreundschaft entwickelt.

Hintergrund zur Person Erwin Schlünder

Erwin Schlünder wurde 1921 in Iserlohn geboren. Er war im August 1944 als Soldat in Italien stationiert und leistete in Albinea gemeinsam mit vier weiteren Kameraden aktiven Widerstand gegen das Unrechtsregime der Nationalsozialisten, indem er mit italienischen Partisanen kollaborierte. Ziel war es, in diesem Teil Italiens das Töten durch die deutsche Wehrmacht und die Waffen-SS zu beenden.

Am 27. August 1944 wurde Erwin Schlünder von einem Exekutionskommando hingerichtet. Im März 1995 erhielten er und seine vier Kameraden posthum die Ehrenbürgerschaft der italienischen Gemeinde Albinea.

An der Gedenkstättenfahrt und der anschließenden Ausstellungskonzeption beteiligten sich 19 junge Menschen. Das Vorhaben wurde mit Landesmitteln aus dem Kinder- und Jugendförderplan des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

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