Notfallseelsorge im Ennepe-Ruhr-Kreis erhält Verstärkung
Barbara Schein, Marlies Grasmann, Sonja Brückner und Cora Schülen nahmen im Blaulichtgottesdienst ihren Dienst auf – damit zählt der Kreis knapp 60 Notfallseelsorger
Die Notfallseelsorge im Ennepe-Ruhr-Kreis hat Verstärkung bekommen. Im Rahmen eines Blaulichtgottesdienstes in der Lutherkirche in Wetter/Ruhr haben Barbara Schein, Marlies Grasmann, Sonja Brückner und Cora Schülen ihren Dienst aufgenommen. Sie zählen damit ab sofort zu den kreisweit knapp 60 Notfallseelsorgern.
Die ehrenamtlichen Kräfte werden immer häufiger benötigt. Während sie im Ennepe-Ruhr-Kreis im Jahr 2025 durchschnittlich zwei- bis dreimal pro Woche alarmiert wurden, sind es 2026 inzwischen drei bis vier Einsätze. Gefordert ist die Notfallseelsorge nach plötzlichen Todesfällen, schweren Unfällen, Bränden oder anderen traumatischen Ereignissen. Sie steht Betroffenen ebenso zur Seite wie den Einsatzkräften von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei.
Landrat Jan-Christoph Schaberick würdigte das Engagement der Ehrenamtlichen. Menschen, die binnen weniger Augenblicke mit Tod, Verlust oder anderen einschneidenden Erlebnissen konfrontiert würden, brauchten in solchen Situationen jemanden, der da sei, zuhört und Halt gebe, sagte er. Dass sich dafür viele Menschen ehrenamtlich qualifizierten und anschließend jederzeit für Einsätze zur Verfügung stünden, verdiene großen Respekt.
Siebenmonatige Vorbereitung
Die neuen Kräfte wurden über einen Zeitraum von sieben Monaten intensiv auf ihren Dienst vorbereitet. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem Gesprächsführung und empathisches Zuhören, die richtige Balance zwischen Nähe und Distanz, der Umgang mit Schweigen sowie die seelsorgliche Verschwiegenheit. Die Ausbildung im Ennepe-Ruhr-Kreis orientiert sich an der Ausbildungsvereinbarung der Ökumenischen Konferenz NRW und an den bundesweiten Qualitätsstandards für die Psychosoziale Notfallversorgung.
Martin Weber, Abteilungsleiter Bevölkerungsschutz der Kreisverwaltung und Kreisbrandmeister, betonte die Bedeutung der Notfallseelsorge für die Arbeit an den Einsatzstellen. Dort seien die Helferinnen und Helfer Ansprechpartner für Betroffene und Angehörige und hielten so Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei für ihre Aufgaben frei. Zugleich verwies er auf die kontinuierliche Zahl neuer Notfallseelsorger, die zuletzt bei vier bis sechs pro Jahr gelegen habe.
Finanzierung auf breitere Füße gestellt
Die Finanzierung der Notfallseelsorge im Ennepe-Ruhr-Kreis wurde nach Angaben der Kreisverwaltung für das Jahr 2025 auf breitere Füße gestellt. Sie ist im Einvernehmen mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie durch einen Beschluss des Kreistages in einer Vereinbarung mit den evangelischen Kirchenkreisen Hagen, Hattingen-Witten und Schwelm geregelt. Hintergrund der Beteiligung des Kreises an den Kosten waren neben den steigenden Einsatzzahlen auch die Grenzen der kirchlichen Finanzierung.
Leitung der Notfallseelsorge
Die hauptamtliche Leitung der Notfallseelsorge liegt bei Diakon Ernst Alexander Biedermann. Gemeinsam mit Melanie Muth von der katholischen Kirche koordiniert er die Arbeit. Zum Leitungskreis gehört außerdem Regionalpfarrer Ingo Janzen, der insbesondere die Aus- und Fortbildung sowie die fachliche Beratung verantwortet.
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