Neubau des Schulzentrums Bochum-Nord in Gerthe eröffnet

Am Mittwoch, 2. September, hat Oberbürgermeister Jörg Lukat den Neubau des Schulzentrums Bochum-Nord in Gerthe offiziell eröffnet. Der neue Bildungsstandort soll nach Angaben der Stadt Bochum künftig Lernen, Arbeiten und Begegnung an einem Ort verbinden.
In dem Gebäude werden künftig 1.500 Schülerinnen und Schüler sowie 54 Lehrerinnen und Lehrer der Anne-Frank-Realschule und 66 Lehrerinnen und Lehrer des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums untergebracht sein. Zusätzlich ziehen die Stadtteilbücherei Gerthe und das „Zukunft-durch-Innovation (zdi)“-Netzwerk MINT.Bochum in den Neubau ein und erweitern damit das Angebot vor Ort.
Lukat bezeichnete den Standort als „Verbindung der vielen Möglichkeiten“. Der Ort sei mehr als eine Schule, mehr als eine Bücherei und mehr als ein Treffpunkt für die Menschen in Gerthe.
Investition und Gebäude
Die Stadt Bochum investiert rund 119,2 Millionen Euro in den neuen Bildungsstandort. Nach Angaben der Mitteilung handelt es sich um eine der größten Investitionen in Bildung in der Geschichte der Stadt. Der Neubau ist rund 198 Meter lang und verfügt über etwa 26.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche.
Verbaut wurden unter anderem 5.000 Kubikmeter Fundamentbeton, 11.000 Kubikmeter Stahlbeton, 6.000 Quadratmeter Glasfassade sowie 320 mehrteilige Fensterelemente. Das Gebäude bietet Raum für Unterricht, Pausen, Besprechungen und selbstständiges Lernen.
Nutzung durch Schulen, Bücherei und Stadtteil
Im Erdgeschoss sind die gemeinsamen öffentlichen Funktionen beider Schulen gebündelt. Einzelne Bereiche können auch von Bürgerinnen und Bürgern in Gerthe mitgenutzt werden. Transparente, geschwungene Fassaden öffnen das Gebäude zum Schulhof und schaffen eine Verbindung nach außen.
Zentrales Element ist das gemeinsame Forum, das zugleich als Aula beider Schulen dient. Es verbindet die Mitte des Schulzentrums mit der Heinrichstraße und schafft einen zusätzlichen Zugang von der Straße aus. Im westlichen Gebäudeflügel liegen die Mensa und der angrenzende Kulturraum. Östlich der Aula befinden sich unter anderem Räume für den Ganztag, für Hauswirtschaft, internationale Klassen, ein von der Musikschule mitnutzbarer Raum sowie das Schülerlabor des zdi-Netzwerks MINT.Bochum.
Am östlichen Ende wird die Stadtteilbücherei Gerthe in das Erdgeschoss integriert. Sie soll voraussichtlich Ende September beziehungsweise Anfang Oktober für die Öffentlichkeit öffnen.
Schulen, Technik und Ausstattung
Die Anne-Frank-Realschule ist im westlichen Gebäudeteil, das Heinrich-von-Kleist-Gymnasium im östlichen Gebäudeteil untergebracht. Die Obergeschosse werden über fünf Treppenhäuser erschlossen; zwei Treppenhäuser mit Aufzug gewährleisten die barrierefreie Erreichbarkeit.
Auf 600 Quadratmetern Dachfläche erzeugen künftig 220 Module einer Photovoltaikanlage klimaneutralen Strom. Auf dem Dach sind außerdem die zentralen Kälte- und Lüftungsanlagen angeordnet.
Ein besonderes Merkmal des Neubaus ist die Betonkernaktivierung: Heiz- und Kühlleitungen sind direkt in die Betondecken integriert und dienen als Energiespeicher sowie zur gleichmäßigen Abgabe von Wärme oder Kälte an die Räume. Dadurch soll ganzjährig ein angenehmes Raumklima entstehen. Im Winter werden die Unterrichts- und Aufenthaltsbereiche energieeffizient beheizt, während im Sommer eine sanfte Kühlung erfolgt.
Für Gerthe soll das Schulzentrum Bochum-Nord ein wichtiger Baustein der Stadtteilentwicklung sein. Nach Angaben der Mitteilung verbindet das Projekt schulisches Lernen mit außerschulischen Bildungsangeboten, gemeinschaftlich nutzbaren Räumen und nachhaltiger Gebäudetechnik an einem Standort.