Hagener Wohnungsmarkt: Bedarf an barrierefreien Wohnungen, Sanierung wichtiger als Neubau

Hagener Fachleute sehen Handlungsbedarf bei barrierefreien und geförderten Wohnungen. Das Wohnungsmarktbarometer 2026 empfiehlt, den Bestand stärker zu sanieren als neu zu bauen.

Von Redaktion Hagen2 Min. Lesezeit
Metallteile auf einer Werkbank in einer fiktiven Industriehalle.

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Der Hagener Wohnungsmarkt ist nach Einschätzung der Befragten in vielen Teilbereichen angespannt. Besonders groß sei der Handlungsbedarf bei barrierefreien und altersgerechten Wohnungen sowie beim geförderten Wohnen. Zugleich sehen die Teilnehmenden Potenzial darin, bestehende Wohnungen zu reaktivieren, zu modernisieren und zu sanieren.

Für das Wohnungsmarktbarometer 2026 befragte die Stadt Hagen im Frühjahr Akteurinnen und Akteure des örtlichen Wohnungsmarkts. Von rund 130 angefragten Personen und Unternehmen beteiligten sich 31. Unter ihnen waren Wohnungsunternehmen, Architektinnen und Architekten, Hausverwaltungen, Bank- und Finanzierungsinstitute, Maklerinnen und Makler, Mietervereine sowie soziale Träger.

Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ für den gesamten Hagener Wohnungsmarkt. Sie geben das subjektive Stimmungsbild der 31 Teilnehmenden wieder, das auf deren Fachkenntnissen und Marktkenntnissen beruht. Das Barometer liefert damit Einblicke in mögliche Herausforderungen, aber kein vollständiges Bild des Marktes.

Handlungsbedarf bei barrierefreiem und gefördertem Wohnraum

Bei barrierefreien und altersgerechten Wohnungen sowie beim geförderten Wohnen sehen die Befragten akuten Handlungsbedarf. Die vorhandenen Angebote reichten nicht aus. In den kommenden Jahren könne sich die Lage durch den demografischen Wandel weiter verschärfen.

Auch das Investitionsklima bewerteten die Teilnehmenden als angespannt. Als lokale Einflussfaktoren nannten sie unter anderem die Nachfrage, das Angebot an Bestandsimmobilien und öffentliche Debatten über Problemimmobilien. Darüber hinaus spielten die Gesetzgebung sowie die Rahmenbedingungen der Baubranche und der Wirtschaft eine Rolle.

Sanierung des Bestands wichtiger als Neubau

Bei älteren Gebäuden bemängelten die Befragten einen Sanierungsstau sowie nicht mehr zeitgemäße Grundrisse und Ausstattungen. Die Reaktivierung und Sanierung bestehender Wohnungen bewerteten sie als wichtigste Maßnahme für den Hagener Wohnungsmarkt; Neubau sei aus ihrer Sicht weniger wichtig.

In einigen Teilgebieten erschwerten niedrige Mieten nach Einschätzung der Befragten Investitionen in Modernisierung und Sanierung. Wegen gestiegener Kosten ließen sich solche Maßnahmen dort oft nicht mehr refinanzieren. Das könne zu Leerständen und Problemimmobilien führen und sich auf das Quartier sowie die Investitionsbereitschaft anderer auswirken.

Aus den Ergebnissen leitet das Barometer die These zweier paralleler Wohnungsmärkte ab: Ein Teil des Angebots verliere wegen geringer Qualität bei Zustand und Ausstattung den Anschluss an den regulären Markt und spreche nicht alle Nachfragegruppen an. Ein anderer erfülle moderne Ansprüche und verzeichne dadurch eine stärkere Nachfrage und steigende Preise.

Jährliche Erhebung geplant

Die Stadt will das Wohnungsmarktbarometer künftig jährlich erheben und die Rücklaufquote erhöhen. Zudem sollen quantitative Auswertungen erarbeitet werden. Das Wohnungsmarktbarometer 2026 ist auf der Internetseite www.hagen.deexterner Link, öffnet ein neues Fenster unter „Aus dem Rathaus“ und „Stadtentwicklung“ zu finden.

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Konrad Mayer

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