Abwasserproben zeigen Erreger und Antibiotikaresistenzen

Abwasserproben aus der Kläranlage Monheim/Langenfeld können Hinweise auf Krankheitserreger und Antibiotikaresistenzen in der Bevölkerung geben. Das zeigt eine gemeinsame Forschungsstudie der Universität Duisburg-Essen und des Kreises Mettmann, deren Ergebnisse im Fachjournal „Frontiers in Public Health“ veröffentlicht wurden.
Die Forschenden sammelten sechs Wochen lang regelmäßig Proben und untersuchten sie mit molekularbiologischen Methoden. Dabei wiesen sie unter anderem Masernviren und Tuberkulose-Bakterien nach. Resistente Bakterienstämme fanden sich im Abwasser bereits Wochen, bevor ein entsprechender Fall über die reguläre patientenbasierte Überwachung an das Gesundheitsamt gemeldet wurde.
Die abwasserbasierte Epidemiologie könnte demnach helfen, Entwicklungen früher zu erkennen. Kliniken und Praxen könnten sich dann auf einen möglichen Anstieg von Erkrankungen durch bestimmte Erreger vorbereiten, etwa indem sie passende Medikamente bevorraten. Die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Ruzica Susenburger-Lange, sieht in der Integration solcher Daten in bestehende Abläufe eine Möglichkeit, gezieltere präventive Maßnahmen zu ergreifen.