Kreis Mettmann bringt Haushalt für 2027 ein

Der Kreis Mettmann hat am 15. Oktober den Entwurf für den Haushalt 2027 in den Kreistag eingebracht. Landrätin Dr. Bettina Warnecke und Kreiskämmerer Christian Schölzel erläuterten die finanziellen Rahmenbedingungen. Die Ausschüsse sollen in den kommenden Wochen über den Entwurf beraten; die Verabschiedung durch den Kreistag ist für den 17. Dezember 2026 geplant.
Warnecke erneuerte die Forderung nach einer fairen Finanzierung kommunaler Aufgaben und weniger Förderbürokratie. Kreise und Gemeinden übernähmen mehr als ein Viertel der öffentlichen Aufgaben, erhielten aber nur rund 15 Prozent des Steueraufkommens, sagte sie. Das führe zu einer strukturellen Unterfinanzierung.
Als Beispiel nannte die Landrätin die Eingliederungshilfe: Die Kosten des Landschaftsverbands Rheinland seien seit 2025 um rund 500 Millionen Euro gestiegen. Zugleich verwies sie auf Sparbemühungen der Kreisverwaltung und forderte auch den Landschaftsverband, das Land und den Bund auf, ihrer finanziellen Verantwortung gerecht zu werden.
Schölzel zufolge prägen weiterhin stark steigende Sozialaufwendungen den Kreishaushalt. Landschaftsumlage und Sozialetat machten rund 45,7 Millionen Euro der Erhöhung der Kreisumlage aus – knapp 70 Prozent. Auch Besoldungs- und Tariferhöhungen wirkten sich auf den Personaletat aus. Der Kämmerer sprach sich für mindestens ein Moratorium im Sozialstaat aus, um die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben zu schließen.
Die Reden der Landrätin und des Kreiskämmerers sowie weitere Zahlen und Eckdaten zum Haushalt veröffentlicht der Kreis auf seiner Internetseite zum Kreishaushalt 2027.