Wanderschafherde in der Hildener Heide: Moorschnucken und Ziegen beweiden Magerrasen-, Heide- und Moorflächen
Rund 7 bis 10 Tage Pflege der Kulturlandschaft – Wege kurzfristig gesperrt, Hunde an der Leine

Ab dem kommenden Wochenende, dem 29. bis 30. August 2026, ist in der Hildener Heide wieder eine Wanderschafherde unterwegs. Rund sieben bis zehn Tage lang werden Schafe und Ziegen dort Magerrasen-, Heide- und Moorflächen beweiden. Ziel ist es nach Angaben der Biologischen Station Haus Bürgel, die landschaftstypische Vegetation zu pflegen und unerwünschte Gehölze zurückzudrängen.
Pflege für eine Kulturlandschaft
Die Heideflächen am Hildener Sandberg sind keine ursprüngliche Naturlandschaft, sondern eine Kulturlandschaft, die durch jahrhundertelange Nutzung und Beweidung entstanden ist. Die Schafe und Ziegen fressen Gräser, jungen Baumaufwuchs, Brombeeren und andere Pflanzen, die die Heide ansonsten überwuchern würden. Gleichzeitig werden die Heidepflanzen angeknabbert und treiben von unten wieder aus. Ohne diese Beweidung würden die Flächen nach Angaben der Station zunehmend verbuschen und sich innerhalb weniger Jahre zu Wald entwickeln.
Die Heideflächen rund um den Hildener Sandberg gelten im Kreis Mettmann als einzigartig. Sie sind ein kulturhistorisch wichtiger Lebensraum für zahlreiche spezialisierte Arten, die an sandige und nährstoffarme Böden angepasst sind. Genannt werden unter anderem Besen- und Glockenheide, verschiedene Ginsterarten, Heidenelke, Gagelstrauch und Moorlilie. Auch seltene Tierarten wie die Zauneidechse sowie zahlreiche Wildbienen- und Heuschreckenarten finden dort geeignete Lebensräume.
Wanderschafherde seit 2002 im Einsatz
Um diese Artenvielfalt zu erhalten, wird die Heide seit 2002 durch eine Wanderschafherde gepflegt. Die Schäfer ziehen jedes Jahr vom Rhein durch die Naturschutzgebiete der Bergischen Heideterrasse und beweiden dabei unter anderem die Hildener Heide, die Ohligser Heide und das Further Moor.
Die Herde besteht aus rund 500 bis 600 Moorschnucken, einer kleinen, genügsamen hornlosen Schafrasse, sowie etwa 50 Ziegen.
Hinweise für Besucherinnen und Besucher
Damit die Beweidungsphase für Schafe, Hunde und Menschen sicher und stressfrei verläuft, werden Wanderwege kurzfristig gesperrt. Hundehalterinnen und Hundehalter werden gebeten, ihre Hunde während des Aufenthalts der Herde im gesamten Gebiet anzuleinen.
Neue Infotafeln der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Mettmann informieren rund um den Sandberg über die Besonderheiten der Heideflächen und die Beweidung.
Bei Rückfragen während der Beweidung ist die Biologische Station Haus Bürgel unter 0211/9961212 erreichbar.
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