Rhein-Kreis Neuss und Kommunen setzen auf gemeinsamen Digitalen Zwilling

Rund 70 Fach- und Führungskräfte aus dem Rhein-Kreis Neuss, den kreisangehörigen Kommunen und der ITK Rheinland haben sich beim ersten „Tag des Digitalen Zwillings“ im Kreishaus Grevenbroich über das Projekt ausgetauscht. Der Digitale Zwilling ist ein 3D-Abbild des Kreises, das räumliche Informationen mit Fachdaten verbindet.
Praxisbeispiele aus Grevenbroich und Meerbusch zeigten, wie sich Bürgeranfragen, der Straßenzustand, die Baustellenplanung und die Vorbereitung von Feuerwehreinsätzen am Computer bearbeiten lassen. Für Bauvorhaben stellt die Verwaltung aktuelle Luftbildkarten und 3D-Geländemodelle bereit. Über eine urbane Datenplattform können Daten automatisiert ausgetauscht werden; das Geoportal soll Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zu Geodaten erleichtern.
Zum Projekt gehören auch digitale Gebäudeansichten. Kreiseigene Gebäude werden mit einem schultergetragenen Scanner- und Kamerasystem von innen erfasst. Die Außenhüllen nimmt die Verwaltung mit Drohnen auf. So sollen Gebäude und Räume virtuell begehbar und ausmessbar sein.
Der gemeinsame Ansatz soll Doppelarbeit vermeiden. Michael Fielenbach, Leiter des Kataster- und Vermessungsamts, verwies auf einheitliche Standards für Befahrung, Befliegung und Datenhaltung. Das vom Land NRW geförderte Projekt wurde beim „Digital Award 2025“ ausgezeichnet.
Für die Zukunft sind Anwendungen mit IoT-Sensoren und KI-Analyse vorgesehen. Genannt wurden automatisierte Hochwasserwarnungen sowie die Optimierung von Energie und Wärme. Weitere Informationen zum „Digitalen Zwilling“ und der Zugang zum Geoportal sind unter rhein-kreis-neuss.de/DigitalerZwilling zu finden.