Bad Lippspringe richtet ersten Digital-Kongress aus
Beim ersten Digital-Kongress in Bad Lippspringe ging es um Chancen, Risiken und Verantwortung beim Einsatz Künstlicher Intelligenz in Behörden und Kommunen. Rund 60 Vertreter aus der Region kamen dazu im Kongresshaus zusammen.
Bürgermeister Ulrich Lange sprach in seinem Grußwort über das Zusammenspiel von Innovation und Nachhaltigkeit. Als Beispiel nannte er ein von privaten Investoren geplantes Rechenzentrum in Bad Lippspringe, dessen Abwärme künftig für die nachhaltige Energieversorgung der Stadt genutzt werden soll. Zugleich betonte Lange, dass bei der Digitalisierung die Menschen im Mittelpunkt bleiben müssten.
Der Landrat des Kreises Paderborn, Christoph Rüther, warb für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Verwaltungen. Gemeinsame Standards könnten Abläufe effektiver und kostengünstiger machen. Mittelfristig seien in Nordrhein-Westfalen zwei zentral gesteuerte Rechenzentren mit standardisierten Programmen vorgesehen, auf die Behörden zugreifen können.
Rüther berichtete außerdem über bestehende KI-Anwendungen im Kreis Paderborn. Dazu gehört eine autonom fliegende Drohne mit Wärmebildkamera, die bei Katastrophen innerhalb weniger Minuten Lagebilder an Leitstellen übermitteln kann.
Aus dem Digitalministerium und vom DigitalService informierten Juristin Malin Mahner und Nicole Schaar über den Agentic AI Hub. In Pilotprojekten sollen dort datenschutzkonforme Lösungen für die Verwaltung entwickelt werden, die bei Erfolg bundesweit als Vorlage dienen können.
Zum Abschluss stellte Sebastian Wolters aus der Gemeinde Rosendahl den Einsatz verschiedener Assistenzsysteme im Verwaltungsalltag vor. Dort konnten nach seinen Angaben bereits Stellen durch Künstliche Intelligenz eingespart werden. Aktive Kündigungen habe es demnach nicht gegeben: Frei werdende Stellen würden je nach Möglichkeit nach einem Jobwechsel oder Renteneintritt nicht wieder besetzt.