Bonn meldet stabile Wirtschaftslage und mehr sozialversicherungspflichtige Jobs
Jahreswirtschaftsbericht 2026 nennt für 2025 rund 1.100 zusätzliche Stellen sowie 731 bearbeitete Anliegen im Service Center Wirtschaft.
Der Wirtschaftsstandort Bonn befindet sich nach Einschätzung der Stadt weiterhin in einer robusten und guten Verfassung. Zu diesem Ergebnis kommt der Jahreswirtschaftsbericht 2026 der Bundesstadt Bonn, den Oberbürgermeister Guido Déus, Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe und Autor Dr. Matthias Schönert am Donnerstag, 3. September 2026, vorgestellt haben.
Die Auswertung der aktuellen Zahlen aus der Statistik der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zeigt für das Jahr 2025 einen Zugewinn von etwa 1.100 Arbeitsplätzen in Bonn. Das entspricht einem Wachstum von 0,6 Prozent. Bonn liegt damit über dem NRW-Landesdurchschnitt von 0,3 Prozent. Die Stadt erreichte einen neuen Höchststand von 195.321 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
Wachstum vor allem im Dienstleistungssektor
Als wesentlicher Wachstumstreiber hat sich erneut der Dienstleistungssektor erwiesen. Er verzeichnete einen Zuwachs von 1.418 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Besonders stark entwickelte sich das Gesundheitswesen mit einem Plus von 1.092 Beschäftigten. Auch die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen legten um 451 Beschäftigte zu. In der Branche Information und Kommunikation wurden 262 zusätzliche Beschäftigte gezählt.
Das Verarbeitende Gewerbe stand dagegen weiter unter Druck und verzeichnete ein Minus von 324 Beschäftigten.
Einordnung durch den Oberbürgermeister
Guido Déus betonte, Bonn sei weiterhin in einer robusten und guten Verfassung, auch wenn die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen national wie international sehr herausfordernd seien. Er verwies zudem auf die Bedeutung einer reibungslosen Mobilität für einen dynamisch wachsenden Wirtschaftsstandort. Seit der Komplett-Sperrung der Nordbrücke Anfang Juni 2026 sei dies besonders deutlich geworden. Deshalb habe er die „Taskforce Nordbrücke“ eingerichtet, in der bereits viele Maßnahmen zur Verbesserung des Verkehrsflusses besprochen und umgesetzt worden seien.
Déus hob außerdem hervor, dass die Entwicklung der zukunftsorientierten Branchen im Dienstleistungssektor erfreulich sei, der industrielle Sektor aber nicht vernachlässigt werden dürfe. Mit Blick auf das Berlin/Bonn-Gesetz sagte er, er sei zuversichtlich, dass die Zusatzvereinbarung zum bestehenden Berlin/Bonn-Gesetz noch in diesem Jahr im Wesentlichen abgeschlossen werden könne. Darin wird aufbauend auf dem bestehenden „Letter of Intent“ zwischen Bund, den Ländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie der Region Bundesstadt Bonn die Stellung der Region als zweites Verwaltungszentrum in Deutschland festgeschrieben.
Arbeit der Wirtschaftsförderung
Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe zog ebenfalls Bilanz. Das Team des Service Centers Wirtschaft habe im Jahr 2025 insgesamt 731 Anliegen und Vorhaben bearbeitet. Die Einrichtung ist nach Angaben der Stadt erste Anlaufstelle bei Fragen zur Existenzgründung, Unternehmensentwicklung oder Neuansiedlung.
Im Jahreswirtschaftsbericht werden beispielhaft auch Expansionen und Ansiedlungen genannt, darunter Stuck-Belz mit einem neuen Mobilitätskonzept, sowie Gründungen, darunter das Startup Femi-ON mit einem medizintechnischen Produkt zur Linderung von Menstruationsschmerzen.
Die Wirtschaftsförderung richtete sich 2025 nach Angaben der Stadt auf sieben Fokusthemen aus:
- Klimaschutzangebote für die Wirtschaft
- Gewerbeflächensicherung
- Internationale Markenbildung als Cybersicherheits- und IT-Standort
- Fach- und Arbeitskräftesicherung
- Weiterentwicklung Innenstadt und Stadtbezirkszentren
- Umsetzung des touristischen Leitbildes
- Erschließung von Flächenpotenzialen für die Wärmewende
Zur Stärkung des IT- und Cybersicherheitsstandorts Bonn sei unter Einbeziehung lokaler Fachleute die Marke „Bonn for sure – European IT & Cybersecurity Hub“ entwickelt worden. Sie diene der Darstellung der besonderen Kompetenzen und Netzwerkstrukturen des Standorts. Die Wirtschaftsförderung habe Bonn gemeinsam mit dem Verein Cybersecurity Cluster Bonn auf dem IT-Sicherheitstag NRW 2025 sowie der AFCEA Fachtagung 2026 im World Conference Center Bonn vorgestellt und dort viele relevante Kontakte geknüpft.
Ein weiterer Schwerpunkt war laut Stadt die Unterstützung des Einzelhandels in der Bonner Innenstadt sowie in den Stadtbezirkszentren Bad Godesberg, Beuel und Duisdorf, auch in enger Kooperation mit den Zentrenmanagements. Zudem seien weitere Austauschformate wie der Runde Tisch Innenstadt und das Netzwerk der Eigentümer in der Minus-1-Ebene am Hauptbahnhof gut angenommen worden.
Auch die Klimaschutzangebote für die Wirtschaft seien ausgebaut worden. Das Programm sei im April 2025 gestartet; mittlerweile seien 12 Klimapartnerschaften abgeschlossen worden. Zudem würden die Klimaschutzberatung, das Gewerbegebietsmanagement sowie die Angebote im Rahmen des Nachhaltigkeits-Hubs von Bonner Unternehmen rege genutzt.
Bericht online abrufbar
Der ausführliche Jahreswirtschaftsbericht ist auf den Internetseiten der Stadt Bonn unter www.bonn.de/jahreswirtschaftsbericht veröffentlicht.
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