Büren plant 2027 höhere Wassergebühren und Einschnitte bei Veranstaltungen

Die Stadt Büren will im Haushalt für 2027 weitere Einsparungen vorsehen und zugleich zusätzliche Einnahmen erschließen. Der Entwurf wurde am 15. Oktober 2026 in den Rat eingebracht. Für 2026 rechnet die Stadt nach aktueller Prognose mit einem Defizit von rund 9,9 Millionen Euro. Bereits im laufenden Jahr seien durch Konsolidierungsmaßnahmen rund zwei Millionen Euro eingespart worden – unter anderem durch das Einstellen städtischer Fördermaßnahmen, Einsparungen bei der baulichen Unterhaltung und Bewirtschaftung sowie den Verzicht auf die Nachbesetzung freier Stellen.
Als Gründe für die angespannte Finanzlage nennt die Stadt steigende Zinsen für Investitions- und Liquiditätskredite, höhere Transferleistungen, insbesondere durch Kreisumlagen, die Folgen der Inflation und zeitversetzt wirkende Tarifsteigerungen. Dadurch schwinde auch die Ausgleichsrücklage weiter. Für 2027 sieht der Haushaltsentwurf ordentliche Aufwendungen von rund 63,7 Millionen Euro und ordentliche Erträge von rund 58 Millionen Euro vor.
Gebühren und Veranstaltungen im Prüfstand
Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Wasserverbrauch von etwa 200 Kubikmetern würden die geplanten Anpassungen bei den Schmutz- und Frischwassergebühren Mehrkosten von rund 86 Euro pro Jahr bedeuten. Die Niederschlagswassergebühr soll konstant bleiben. Der Gebührenanteil für den Winterdienst soll wegen der hohen Aufwendungen im Winter 2025 von 16 auf 23 Prozentpunkte steigen. Auch bei den Abfallgebühren ist eine geringfügige Anpassung vorgesehen.
Die Stadt überprüft im Rahmen der Haushaltskonsolidierung auch freiwillige Leistungen und Veranstaltungen. Stadtball und Open-Air-Kino sollen 2027 nicht von der Stadt veranstaltet werden. Das Büren Open Air – BOArocks wird 2027 ausgesetzt und soll 2028 mit einem neuen Veranstaltungspartner stattfinden. Mittelaltermarkt, Kindertheater und Geocaching-Event sollen in einen Zwei-Jahres-Rhythmus gebracht oder in ihrer Konzeption verändert werden.
Zusätzliche Erträge und Prioritäten
Um langfristig zusätzliche Erträge zu erzielen, will die Stadt unter anderem ihre wirtschaftlichen Betätigungen ausweiten, beispielsweise im Bereich erneuerbarer Energien, sowie Gewerbe- und Wohnbauflächen weiterentwickeln. Neue Gewerbeansiedlungen könnten nach Darstellung der Stadt Arbeitsplätze schaffen und die Ertragskraft stärken.
Notwendige Investitionen und Pflichtaufgaben, darunter Brand- und Bevölkerungsschutz, sollen weiterhin gewährleistet werden. Die Feuerwehrgerätehäuser in Hegensdorf und Steinhausen sollen vollständig aus Mitteln des NRW Plan finanziert werden und den städtischen Haushalt nicht belasten. Die Stadt will Fördermöglichkeiten nutzen und das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) fortschreiben. Die Umsetzung des Moritzquartiers soll zunächst ausgesetzt werden.
Der Entwurf bildet die Grundlage für die Beratungen in den Ratsfraktionen. Der Haushalt 2027 soll am 10. Dezember 2026 in der Ratssitzung verabschiedet werden. Eine Haushaltssicherung ab 2028 wird als mögliche Entwicklung genannt.