Buch über Dülmener Stadtverordnete der Weimarer Republik kann ab 3. Oktober vorbestellt werden

Das 172 Seiten starke Werk von Stadtarchivar Dr. Stefan Sudmann enthält 73 politische Biographien und soll voraussichtlich ab Anfang Dezember für 3 Euro erhältlich sein.

chcover mit der Aufschrift über frühere Stadtverordnete in Dülmen (Weimarer Republik und Schicksal im Nationalsozialismus).

Foto: Stadt Dülmen

Foto: Stadt Dülmen

In Dülmen ist ein neues Buch zur Kommunalpolitik der Weimarer Republik angekündigt. Unter dem Titel „Die Dülmener Stadtverordneten der Weimarer Republik und ihr Schicksal im Nationalsozialismus“ hat Stadtarchivar Dr. Stefan Sudmann die Lebenswege früherer Stadtverordneter untersucht. Herausgegeben wird das Werk vom Heimatverein Dülmen.

Das Buch geht nach Angaben der Stadt im Oktober in den Druck und soll voraussichtlich ab Anfang Dezember erhältlich sein. Es umfasst 172 Seiten und widmet sich 73 politischen Biographien, darunter zwei Frauen. Außerdem enthält es Verweise auf weitere Kommunalpolitiker.

Vorbestellung ab 3. Oktober möglich

Wer sich für das Buch interessiert, kann sich am 3. Oktober beim Bürgertreff am Stand des Heimatvereins auf dem Markt der Möglichkeiten informieren. Ab diesem Tag nimmt auch das Stadtarchiv Vorbestellungen per E-Mail an: [email protected].

Der Verkaufspreis soll 3 Euro betragen. Möglich geworden sei dieser günstige Preis durch die Unterstützung zahlreicher Sponsoren, darunter das Land Nordrhein-Westfalen, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, die Sparkassenstiftung Westmünsterland, die Bürgerstiftung Dülmen und der Lions-Club Dülmen.

Forschungsprojekt seit 2023

Grundlage des Buches ist ein Forschungsprojekt des Stadtarchivs Dülmen, das seit 2023 läuft. Anlass war ein Ratsbeschluss, angeregt durch einen Bürgerantrag. Untersucht wurde, welche Menschen als Stadtverordnete die Dülmener Kommunalpolitik in der Weimarer Republik geprägt haben und was aus ihnen nach 1933 in der Zeit des Nationalsozialismus wurde.

Nach Angaben des Stadtarchivs stützt sich das Buch auf kommunale, staatliche und kirchliche Quellen. Dadurch entstehe nicht nur ein Überblick über einzelne Lebenswege, sondern auch ein Bild der damaligen Dülmener Stadtgesellschaft und ihrer Netzwerke. Viele der Stadtverordneten waren demnach nicht nur in Parteien aktiv, sondern zugleich in Vereinen, Verbänden und kirchlichen Zusammenhängen, etwa in Gesangvereinen, Arbeitervereinen, Gewerkschaften, Kirchenvorstand, Kirchenchor, Männersodalität und Schützenvereinen.

Dr. Stefan Sudmann sagt: „Es wird für Dülmen aber mehr bieten als nur Biographien von 73 Stadtverordneten – darunter zwei Frauen – und Verweise auf ein Dutzend weitere Kommunalpolitiker“. Und weiter: „Sichtbar wird an den Biographien auch die Dülmener Stadtgesellschaft mit ihren Netzwerken.“

Klassensätze für Schulen

Dülmener Schulen können nach Angaben der Stadt jeweils einen kostenlosen Klassensatz erhalten. Vorgesehen ist dies für die politisch-historische Bildung und die Demokratie-Bildung.

Das Stadtarchiv wertet das abgeschlossene Forschungsprojekt als Pionierstudie für Nordrhein-Westfalen. Zwar gebe es bereits Veröffentlichungen zu Stadtverordneten und Stadträten in einzelnen Städten, jedoch noch nicht mit solch ausführlichen Biographien aller Stadtverordneten, wie sie das Dülmener Buch bieten werde.

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