Düsseldorf entsiegelt Flächen und vergrößert Baumstandorte an zwei Straßen
Düsseldorf hat an der Remscheider Straße und an der Rolandstraße Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen für Straßenbäume abgeschlossen. Die Arbeiten sollen Regenwasser vor Ort halten und die Flächen ökologisch aufwerten. Weitere Projekte sind an der Dormagener Straße und am Kolpingplatz geplant.
Baumstandorte und Pflanzflächen an der Remscheider Straße
Am ostseitigen Gehweg zwischen Kirchfeld- und Gustav-Poensgen-Straße wurde der Gehweg teilweise entsiegelt und mit einem stark wasserdurchlässigen Belag versehen. Bauschutt und Schotter im Untergrund wurden durch ein spezielles Substrat ersetzt, das Wasser und Nährstoffe besser speichert und den Wurzelraum belüftet. Die sechs vorhandenen Baumgruben und Baumbeete wurden vergrößert, um die Wachstumsbedingungen der Straßenbäume zu verbessern. Größere Baumkronen können in sehr heißen Sommermonaten zusätzlichen Schatten spenden.
Durch die offenen Pflasterfugen kann Regenwasser besser versickern und verdunsten. So steht es den Bäumen länger zur Verfügung. Ergänzend wurden weitere Fahrradabstellanlagen eingerichtet; die Laufwege zu den Hauseingängen blieben erhalten. Die Kosten belaufen sich voraussichtlich auf rund 166.000 Euro.
Rote-Liste-Arten und weitere Pflanzungen
Die neuen Baumbeete wurden gemeinsam mit der Initiative Platzgrün des Vereins Pro Düsseldorf und interessierten Anwohnerinnen und Anwohnern ökologisch aufgewertet. Das Gartenamt kultivierte die gepflanzten Rote-Liste-Arten: Großen Ehrenpreis (Veronica teucrium), Langblättrigen Ehrenpreis (Veronica longifolia), Breitblättrigen Thymian (Thymus pulegioides), Heide-Nelke (Dianthus deltoides) und Kleines Mädesüß (Filipendula vulgaris). Das Kleine Mädesüß gilt in Düsseldorf mittlerweile als ausgestorben. Die Pflanzungen sollen bedrohte Arten zurück in die Stadt bringen. Ihre Blüten bieten Wildbienen, Schmetterlingen und weiteren Insekten Nahrung.
Zwei Bereiche blieben zunächst von der Pflanzaktion ausgenommen. Dort sollen noch zwei Blumeneschen (Fraxinus ornus) aus der Düsseldorfer Zukunftsbaumliste gepflanzt werden. Die Initiative Platzgrün freut sich über weitere Interessierte, die sich an der Pflege der Flächen beteiligen möchten.
Entsiegelung an der Rolandstraße
An der Rolandstraße wurden mehr als 300 Quadratmeter Fläche entsiegelt und acht Baumscheiben saniert. Außerdem wurde ein Japanischer Schnurbaum (Styphnolobium japonicum) aus der Düsseldorfer Zukunftsbaumliste nachgepflanzt. Auf der entsiegelten Fläche gegenüber der Rolandschule wurde eine Blühwiese eingesät. Im kommenden Frühjahr sollen dort 27 insektenfreundliche und frühsommerblühende Arten blühen. Die Kosten der Maßnahme belaufen sich voraussichtlich auf 114.000 Euro.
Weitere Projekte zur Klimaanpassung
An der Dormagener Straße wird eine von Verkehrsflächen umgebene Grünfläche für eine Umgestaltung vorbereitet. Geplant sind ein ressourcenschonender Umgang mit Regenwasser, neue Baumpflanzungen und eine Blühwiese. Auch am Kolpingplatz sind Maßnahmen in Vorbereitung: Im Bereich der Schwerin-, Pfalz- und Mauerstraße sollen 28 vorhandene Baumstandorte vergrößert werden.
Die Projekte an der Remscheider Straße und an der Rolandstraße gehören zur Klimaanpassungsstrategie und werden jeweils zu 80 Prozent aus dem Aktionsprogramm Klimaschutz der KfW-Bank gefördert. Sie sind Teil des Düsseldorfer Stadtbaumkonzepts. Größere Baumgruben sollen bessere Wachstumsbedingungen schaffen; entsiegelte und wasserdurchlässige Flächen halten Regenwasser vor Ort und machen es für Bäume verfügbar. Durch Verdunstung kann sich zudem die direkte Umgebung abkühlen.