Fröndenberger Pogromgedenken am 10. November in Dellwig

Das 22. Fröndenberger Pogromgedenken war für den 10. November 2026 in der Evangelischen Kirche Dellwig angekündigt.

Von Redaktion Fröndenberg/Ruhr1 Min. Lesezeit

Das Stadtarchiv Fröndenberg/Ruhr lädt am Dienstag, 10. November 2026, zum 22. Fröndenberger Pogromgedenken ein. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Evangelischen Kirche in Fröndenberg-Dellwig, Ahlinger Berg 9, 58730 Fröndenberg/Ruhr.

Im Mittelpunkt steht die Erinnerung an jüdische Familien, die im damaligen Amt Fröndenberg ausgegrenzt, verfolgt und ihrer Lebensgrundlagen beraubt wurden. Am 10. November 1938 wurden ihre Wohnungen und Geschäfte verwüstet und jüdische Männer in Konzentrationslager verschleppt. Kinder und Jugendliche durften keine öffentlichen Schulen mehr besuchen. Ab 1940/41 mussten die verbliebenen Jüdinnen und Juden in einem Haus am Kirchplatz leben, das als sogenanntes „Judenhaus“ diente. 1942 wurden sie deportiert.

Pfarrer Jochen Müller und Stadtarchivar i. R. Jochen von Nathusius gestalten den interdisziplinären Vortrag „Antisemitismus und Antijudaismus – Neuer Wein in alten Schläuchen“. Darin werden aktuelle Geschehnisse aus historischer und theologischer Perspektive betrachtet und eingeordnet. Die Gruppe „Gute Fraind“ begleitet das Gedenken musikalisch.

Seit 2005 kommt die Fröndenberger Stadtgesellschaft jedes Jahr am 10. November zusammen, um der jüdischen Familien und ihres Schicksals zu gedenken. Stolpersteine, Gedenktafeln und das Engagement zahlreicher Bürgerinnen und Bürger halten die Erinnerung auch im öffentlichen Raum sichtbar. Das gemeinsame Gedenken soll zugleich ein Zeichen gegen Antisemitismus und Ausgrenzung setzen.

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