Begegnung und Respekt: Josef Neumann spricht beim Weimarer Dreieck
Volkshochschule Gütersloh und deutsch-polnische Gesellschaft thematisieren das Format der europäischen Zusammenarbeit

Die Volkshochschule Gütersloh hat in Kooperation mit der deutsch-polnischen Gesellschaft eine Veranstaltung zum Weimarer Dreieck angeboten. Vor rund 30 Teilnehmenden sprach der NRW-Landtagsabgeordnete Josef Neumann (SPD), stellvertretender Vorsitzender der Parlamentariergruppe NRW-Polen, Ukraine, Mittel- und Osteuropa, Baltikum, über die Bedeutung dieses Formats für die europäische Zusammenarbeit.
Neumann bezeichnete das Weimarer Dreieck als Motor europäischer Handlungsfähigkeit und ordnete die Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Frankreich und Polen historisch und politisch ein. Er verwies dabei auf die Gründungszeit 1991 und stellte die Idee des demokratischen Trialogs als Grundlage des Miteinanders heraus. Begegnung, Gespräch und gegenseitiger Respekt seien für dieses Modell entscheidend.
Der Abgeordnete, der in Polen in unmittelbarer Nähe der Gütersloher Partnerstadt Grudziadz geboren wurde und 1970 als Kind mit seiner Familie nach Deutschland kam, bezog auch seine eigene Biografie ein. Er berichtete, dass er als junger DGB-Gewerkschaftssekretär zur Gründungsmannschaft des deutsch-polnischen Jugendwerks gehört habe, das nach dem Vorbild des deutsch-französischen Jugendwerks entstanden sei.
Nach Neumanns Darstellung ist das Weimarer Dreieck ein Ergebnis der Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und ein Beitrag zum Abbau geografischer, historischer und mentaler Grenzen. Er verwies darauf, dass das Format ursprünglich mit dem Ziel begonnen habe, Polen in die Europäische Union und in die Nato zu führen. Mit dem Ukrainekrieg 2022 habe die Zusammenarbeit nach seiner Einschätzung eine neue Dynamik erhalten.
In diesem Zusammenhang erwähnte Neumann gemeinsame Ziele, die die drei Außenminister bei einer Tagung im Sommer formuliert hätten. Dazu zählten die Unterstützung der Ukraine aus einer Position der Stärke, die Einbehaltung eingefrorener Vermögenswerte und ein Sondertribunal für Kriegsverbrechen. Diese Einigkeit wertete er als Zeichen dafür, dass die drei Länder wieder mit einer Stimme sprächen.
Neumann übertrug das Modell außerdem auf die kommunale Ebene und sprach sich für mehr Dialog und Auseinandersetzung vor Ort aus. In der Volkshochschule sah er eine Institution, die diesen Prozess vorantreiben könne. Auch VHS-Leiterin Désirée Solle nahm an der Veranstaltung teil. Lucyna Minkus, Ehrenvorsitzende der deutsch-polnischen Gesellschaft, wies auf weitere Termine zum Weimarer Dreieck hin.
Weitere Veranstaltungen im Herbst
Für den 3. Dezember ist eine weitere Veranstaltung mit dem langjährigen EU-Abgeordneten Elmar Brok angekündigt. Im April 2027 soll außerdem ein Gesprächskonzert mit Musik aus Frankreich, Polen und Deutschland stattfinden.
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