TH-OWL-Studierende suchen neue Wohnideen für Gütersloh

Wie kann Gütersloh zusätzlichen Wohnraum schaffen, ohne am Stadtrand weitere Flächen zu bebauen? Mit dieser Frage beschäftigen sich rund 50 Studierende der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) im Wintersemester 2026/27. Zum Auftakt ihrer Semesterprojekte erkundeten sie am Freitag, 16. Oktober, die Stadt.
Die Studierenden der Fachrichtungen Stadtplanung und Architektur erhielten im Ratssaal zunächst einen Einblick in die Herausforderungen der Stadtentwicklung. Inga Linzel, Leiterin des Fachbereichs Stadtplanung der Stadt Gütersloh, sagte: „Gütersloh braucht mehr Wohnraum, aber der Platz ist begrenzt. Deshalb müssen wir stärker darauf schauen, welche Möglichkeiten unsere Stadt bereits bietet.“
Zwei Projekte, ein Blick auf den Bestand
Im Stadtplanungsprojekt „Atlas of Transformation“ untersuchen die Studierenden unterschiedliche Bereiche – von Wohnsiedlungen und Gewerbegebieten bis zur Innenstadt. Sie prüfen, wie vorhandene Gebäude und Flächen für zusätzlichen Wohnraum genutzt, Grünflächen aufgewertet und öffentliche Räume attraktiver gestaltet werden könnten. Daraus sollen beispielhafte Entwürfe für bestehende Quartiere entstehen.
Das Architekturprojekt „Alles ist bewohnbar!“ richtet den Blick auf ungewöhnliche Wohnmöglichkeiten. Dabei geht es um bislang ungenutzte Potenziale im Gebäudebestand, etwa leerstehende Gebäude oder Baulücken. Auf Grundlage ihrer Untersuchungen entwickeln die Studierenden eigene Konzepte und Entwürfe.
Beide Projekte befassen sich mit flächensparender und klimafreundlicher Stadtentwicklung. Neben bezahlbarem Wohnraum stehen mehr Grün, der Schutz vor Hitze und Starkregen sowie die Gestaltung öffentlicher Räume im Fokus. Die Studierenden halten ihre Beobachtungen mit Fotos, Zeichnungen und Notizen fest; sie bilden die Grundlage für die weitere Projektarbeit.
Betreut werden die Projekte von den Professorinnen und Professoren Kathrin Volk, Michel Melenhorst und Bart Brands von der TH OWL. Der Fachbereich Stadtplanung der Stadt Gütersloh begleitet die Zusammenarbeit. Am Dienstag, 20. Oktober, setzen die Studierenden ihre Erkundungen in Gütersloh fort. Zum Abschluss des Wintersemesters sollen beispielhafte Ideen und Entwürfe vorliegen.