Menden schließt Smart-City-Förderprojekt mit elf Projekten ab

Nach sieben Jahren endet Mendens Smart-City-Förderprogramm: Elf Projekte für rund 3,3 Millionen Euro sind abgeschlossen, ihre Lösungen sollen in den Alltag übergehen.

Von Redaktion Menden (Sauerland)2 Min. Lesezeit

Nach sieben Jahren endet in Menden das Bundesförderprogramm „Modellprojekte Smart Cities“. Für rund 3,3 Millionen Euro Fördermittel wurden elf Projekte abgeschlossen; sieben weitere Vorhaben erhielten eine andere Finanzierung. Die Stadt will die entstandenen Lösungen in den Alltag übernehmen und ihren Nutzen weiter ausbauen.

Plattform bündelt Daten und digitale Angebote

Die Mendener Datenplattform führt Informationen aus unterschiedlichen Bereichen zusammen. Über Dashboards sind sie für die Verwaltung und teilweise auch für Bürgerinnen und Bürger zugänglich. Dazu gehören etwa aktuelle Wetterdaten und Pegelstände. Die Plattform verarbeitet täglich mehr als 17.500 Dateneinträge; die Dashboards werden monatlich mehr als 300-mal aufgerufen.

Mehr als 350 Sensoren im Stadtgebiet erfassen unter anderem Wetter, Pegelstände, Verkehr und Raumklima. Ein öffentliches Dashboard zeigt freie Behindertenparkplätze in der Innenstadt und ermöglicht die Navigation zu den Stellplätzen. Vernetzte Raumklima-Ampeln an Mendener Schulen sollen helfen, den Gebäudebetrieb zu optimieren und Energieeinsparpotenziale zu erkennen.

Die Freizeitplattform „Erlebnis.Stadt Menden“ bündelt Erlebnisse, Veranstaltungen und Freizeitangebote. Mit „ARound Menden“ lässt sich die Stadtgeschichte mithilfe von Augmented Reality erkunden, etwa beim virtuellen Besuch des Vincenzturms oder bei einer Begegnung mit dem Höhlenbären „Bärtold“.

Die Zukunfts.Werk.Stadt Menden machte digitale Technologien in mehr als 135 Workshops und Veranstaltungen für Menschen verschiedener Generationen zugänglich. Mehr als 3.300 Teilnehmende beschäftigten sich dort mit Themen wie Künstlicher Intelligenz, Virtual Reality und 3D-Druck. Die Smartphone-Sprechstunde für Seniorinnen und Senioren sowie Teile der technischen Ausstattung ziehen nach dem Ende des Stadtlabors in den Hönnetreff um.

Umsetzung erforderte Zusammenarbeit

Die Stadt beauftragte die mendigital GmbH mit der Umsetzung der Smart-City-Strategie. Die Arbeit erfolgte gemeinsam mit den Fachabteilungen der Verwaltung, die ihre Kenntnisse über bestehende Abläufe und fachliche Anforderungen einbrachten. Insgesamt betrachtete die Strategie 33 Projekte und Projektideen.

Der Weg verlief nicht reibungslos. Der Cyberangriff auf den kommunalen IT-Dienstleister Südwestfalen-IT führte zu erheblichen Verzögerungen und band zusätzliche Ressourcen. Auch vertragliche Abstimmungen beim Aufbau der gemeinsamen Datenplattform im südwestfälischen Konsortium erwiesen sich als aufwendig. Einzelne Sensoren arbeiteten nicht zuverlässig; andere ließen sich nur mit erheblichem Aufwand in bestehende Systeme integrieren.

Aus den Erfahrungen leitet die Stadt ab, Zuständigkeiten früh zu klären, Beteiligte von Anfang an einzubeziehen und digitale Lösungen flexibel weiterzuentwickeln. Die Bilanz betont zudem, dass Digitalisierung nicht allein eine technische Aufgabe ist: Damit digitale Werkzeuge ihr Potenzial entfalten, müssen auch Verwaltungsabläufe und -strukturen weiterentwickelt werden. Die Stadt sieht darin eine Voraussetzung dafür, dass neue Arbeitsweisen gemeinsam erprobt und dauerhaft in der Organisation verankert werden können.

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