Besselgymnasium bietet Schülerinnen kostenlose Periodenprodukte
Am Besselgymnasium läuft seit Beginn des neuen Schuljahres ein Pilotprojekt zur kostenlosen Bereitstellung von Periodenprodukten. Auf einer Mädchentoilette der Schule wurde dafür ein Spender mit Tampons und Binden installiert. Schülerinnen können sich bei Bedarf unkompliziert bedienen. Die Testphase ist bis zum 31. Dezember 2026 angelegt.
Das Vorhaben geht auf einen Antrag von Sabine Schulz im Ausschuss für Frauen- und Gleichstellungsangelegenheiten der Stadt Minden zurück. Die städtische Gleichstellungsstelle entwickelte das Konzept und fragte Schulen für die Umsetzung an. Das Besselgymnasium machte nach Angaben der Stadt sofort mit.
Entlastung im Schulalltag
Mit dem Projekt sollen Situationen vermieden werden, in denen eine plötzlich einsetzende Menstruation den Schulalltag belastet. Nach Angaben der Stadt soll die niedrigschwellige Verfügbarkeit der Produkte helfen, Stress zu verringern und die hygienischen Bedingungen zu verbessern.
Begleitet wird die Testphase von der Schüler*innenvertretung und der Schulsozialarbeit des Besselgymnasiums. Die Organisation und Beschaffung der Produkte liegen bei der Gleichstellungsstelle der Stadt Minden. Für den gesamten Testzeitraum stehen dafür maximal 500 Euro zur Verfügung; darin enthalten sind auch die Kosten für den Spender.
Schulleiter Heiko Seller sagte: „Für uns als Schule steht das Wohlbefinden unserer Schülerinnen an erster Stelle. Der Spender schafft Abhilfe in einer ganz alltäglichen Situation und sorgt für mehr Sicherheit im Schulalltag. Unsere Schüler*innenvertretung unterstützt das Projekt aktiv und wir sind gespannt auf die Erfahrungen aus dieser Testphase.“
Auswertung Anfang 2027
Während der Pilotphase will die Stadt auch praktische Fragen auswerten, darunter den tatsächlichen Verbrauch, den organisatorischen Aufwand beim Auffüllen und den Umgang der Schülerinnen mit dem Angebot. Die Erfahrungen sollen nach Abschluss der Testphase gemeinsam ausgewertet und im ersten Ausschuss für Frauen- und Gleichstellungsangelegenheiten des Jahres 2027 vorgestellt werden.
Dolores Bernhard, Vorsitzende des Ausschusses für Frauen- und Gleichstellungsangelegenheiten, sagte: „Die Auswertung im Ausschuss Anfang 2027 wird uns eine fundierte Datenbasis liefern. Unser Ziel ist es zu sehen, wie das Angebot angenommen wird, um auf dieser Grundlage über eine flächendeckende Einführung an allen Mindener Schulen zu entscheiden.“
Sabine Schulz erklärte: „Die Menstruation darf im 21. Jahrhundert kein Tabuthema mehr sein und erst recht kein Grund, warum Mädchen gestresst sind oder dem Unterricht fernbleiben müssen. Ich freue mich sehr, dass unser Antrag so schnell und pragmatisch in die Praxis umgesetzt wurde und wir damit ein klares Zeichen für Chancengleichheit setzen“