Interkulturelle Woche in Nettetal zieht zahlreiche Besucher an

Die Interkulturelle Woche in Nettetal war gut besucht: Kultur, Gedenken und Begegnungen rückten Vielfalt und Zusammenhalt in den Mittelpunkt.

Von Redaktion Nettetal2 Min. Lesezeit

Die Interkulturelle Woche in Nettetal stieß auf großes Interesse: Vom 27. September bis zum 4. Oktober 2026 waren zahlreiche Veranstaltungen gut besucht, einige sogar bis auf den letzten Platz. Das Programm verband Kultur und Begegnung mit Information, Gedenken und Möglichkeiten zum ehrenamtlichen Engagement.

Zum Auftakt las der Autor Samer Al Najjar in der Alten Fabrik in Kaldenkirchen. Auch am Werner-Jaeger-Gymnasium stellte er seine Geschichte vor und sprach mit den Schülerinnen und Schülern der zehnten Klassen. Beim Abend „Jüüte slamen – dafür!“ im Parkstübchen reichten die Plätze nicht für alle Gäste; einige verfolgten die Veranstaltung von draußen. Beim Ehrenamts-Speed-Dating kamen Interessierte mit Organisationen ins Gespräch.

Vielfalt im öffentlichen Raum und persönliche Geschichten

Am 1. Oktober setzten der Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration und die Gesamtschule Nettetal mit einem Flashmob in der Ludbach-Passage ein Zeichen. Unter dem Motto „Wir sind bunt! Wir sind viele! Wir sind Nettetal!“ traten die Beteiligten für eine vielfältige Stadtgesellschaft ein. Auch die Eröffnung der Fotoausstellung „Wir sind Nettetal – Unsere Geschichten. Unsere Heimat.“ im Rathaus stieß auf großes Interesse.

Geschichte, Flucht und Erinnerung standen bei einer Führung durch Kaldenkirchen im Mittelpunkt, bei der Julietta Breuer an das Schicksal jüdischer Kinder erinnerte. In der Alten Kirche Lobberich gestaltete die Amnesty-International-Gruppe Kempen-Nettetal die Veranstaltung „Todesursache: Flucht“. Dabei wurden Namen und Lebensgeschichten von Menschen verlesen, die auf der Flucht nach Europa ums Leben gekommen sind. Gedichte und Musik von vier Musikerinnen begleiteten das Gedenken.

Eine Friedhofsführung mit Ewald Meier eröffnete Einblicke in unterschiedliche Bestattungskulturen und führte unter anderem zum muslimischen Bestattungsort auf dem Friedhof an der Straße Zur Quelle in Kaldenkirchen. Beim Fest der Kulturen sorgte Tanzlehrer Ulrich Knie für Bewegung; das KIMMBO bot ein Bastelangebot, das besonders jüngere Besucherinnen und Besucher ansprach. Am Erntedankgottesdienst nahmen rund 500 Menschen teil.

Frieden, Engagement und interreligiöser Dialog

Musik und gemeinsames Gebet ergänzten das Programm: Beim „Singen für den Frieden“ und bei „15 Minuten für den Frieden“ in der Alten Kirche stand der Wunsch nach Frieden im Zentrum. Die Veranstaltung „Ehrenamt verbindet – Begegnung, Sprache und Teilhabe“ im Haus Maria Helferin stellte Möglichkeiten freiwilligen Engagements vor. Beim Tag der offenen Moschee konnten Gäste das muslimische Gemeindeleben kennenlernen und ins Gespräch kommen.

Den Abschluss bildete ein interreligiöses Gebet mit dem Imam der Güzel-Camii-Moschee sowie Vertreterinnen und Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche. Das Motto „dafür!“ rückte Werte wie Offenheit, gegenseitigen Respekt, Teilhabe und Zusammenhalt in den Mittelpunkt.

Bürgermeister Christian Küsters dankte den beteiligten Vereinen, Initiativen, Religionsgemeinschaften, Einrichtungen und Ehrenamtlichen sowie den Besucherinnen und Besuchern. Die Resonanz auf die Woche habe die Bedeutung interkultureller Begegnungen im gesellschaftlichen Leben Nettetals gezeigt.

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