Tiefgarage an der Wallstraße: Rat knüpft Bau an Investorenzuschuss
Der Rat der Stadt Ratingen hat am 13. Oktober den Bau einer öffentlichen Tiefgarage mit 216 Stellplätzen unter dem Brachgelände neben den Wallhöfen beschlossen. Voraussetzung ist, dass bis zum 31. Dezember 2026 ein Zuschuss von zwei Millionen Euro durch einen neuen Investor für die Wallhöfe bei der Stadt eingegangen oder vertraglich abgesichert ist.
Ein örtliches Unternehmen möchte die Wallhöfe übernehmen und sich an der Finanzierung beteiligen. Kommt die Übernahme samt Zuschuss nicht bis Jahresende zustande, soll ab 2027 dennoch der Mehrgenerationenpark in der ehemaligen Stadtgrabenzone und die anschließende Umgestaltung der Wallstraße gebaut werden – dann jedoch ohne Tiefgarage.
Fördermittel setzen den Zeitrahmen
Für den Park und die Umgestaltung der Wallstraße hat die Stadt Städtebaufördermittel von insgesamt knapp sieben Millionen Euro bewilligt bekommen. Die Projekte müssen bis Ende 2030 fertig sein, andernfalls könnten die Fördermittel ganz oder teilweise verfallen. Im schlimmsten Fall müsste die Stadt Geld zurückzahlen. Deshalb drängt der Zeitplan: Bei gesicherter Finanzierung sollen die Aushubarbeiten für die Tiefgarage zügig beginnen.
Kosten und geplante Ausstattung
Die kalkulierten Brutto-Gesamtkosten der Tiefgarage liegen bei rund 19,5 Millionen Euro. Nach Abzug von Zahlungen für die Ablösung von Stellplätzen, des Investorenzuschusses und des Vorsteuerabzugs verblieben für die Stadt rund 13,2 Millionen Euro netto. Darin sind etwa 1,5 Millionen Euro für bereits erbrachte Planungsleistungen enthalten. Einnahmen aus Parkentgelten sollen regelmäßig zur Wirtschaftlichkeit beitragen.
Alle 216 Stellplätze sollen voll elektrifiziert werden. Zudem könnte das zweite Untergeschoss mit geringen Anpassungen als Schutzraum dienen. Der Bürgermeister verweist außerdem darauf, dass andere Parkgaragen in der Innenstadt mittelfristig saniert oder erneuert werden müssten.
Die Entwicklung der südlichen Innenstadt war unter anderem nach der Insolvenz der Firma Tecklenburg ins Stocken geraten. Das Unternehmen hatte die Wallhöfe gebaut; in dem Wohn- und Geschäftskomplex stehen größere Ladenflächen noch leer. Der Rat hatte den Tiefgaragenbau vor zwei Jahren wegen unsicherer Perspektiven ausgesetzt und ein alternatives Investorenmodell prüfen lassen.