Rommerskirchen muss 13,6 Millionen Euro an den Kreis abführen

Rommerskirchens Bürgermeister Dr. Martin Mertens warnt vor den Folgen der angespannten Finanzlage des Rhein-Kreises Neuss und der für 2027 angekündigten weiteren Erhöhung der Kreisumlage. Zugleich wirbt er für eine Zusammenarbeit zwischen Kreis, Gemeinde und den politischen Fraktionen.
Für das Haushaltsjahr 2026 musste Rommerskirchen nach Angaben der Gemeinde bereits rund 1,26 Millionen Euro zusätzlich für die gestiegene Kreisumlage aufbringen. Der Haushaltsplan sieht Ausgaben von 52,4 Millionen Euro vor. Davon sollen 13,6 Millionen Euro an den Kreis gehen, einschließlich Umlage, Jugendamt und Musikschule. Das ist etwa ein Viertel der vorgesehenen Mittel.
Mehrbelastungen und Steuern hängen zusammen
Bei den Haushaltsberatungen für 2026 hatte Mertens nach Angaben der Gemeinde darauf hingewiesen, dass die Mehrbelastungen durch die Kreisumlage mit notwendigen Anpassungen bei der Grund- und Gewerbesteuer zusammenhingen. Weitere Steigerungen könnten die finanzielle Lage der Gemeinde zusätzlich verschärfen.
Mertens bietet Landrätin Katharina Reinhold und Kreiskämmerer Bijan Djir-Sarai eine Zusammenarbeit an. Die finanziellen Schwierigkeiten des Kreises ließen sich nicht einfach lösen, indem Belastungen auf Städte und Gemeinden verlagert würden, erklärte er. Als Ursachen der kommunalen Finanzkrise nannte er außerdem zusätzliche Aufgaben bei aus seiner Sicht unzureichender Finanzierung durch Bund und Land.
Gespräche mit Fraktionen geplant
Im Anschluss an die Beratungen im Haupt- und Finanzausschuss will Mertens gemeinsam mit Kämmerin Susanne Garding-Maak auf die Fraktionen und Ratsmitglieder zugehen. Dabei sollen die finanziellen Herausforderungen und mögliche Handlungsspielräume besprochen werden. Mertens will ausdrücklich um Unterstützung werben und auch schwierige Entscheidungen gemeinsam tragen.
Verwaltung und Politikexterner Link, öffnet ein neues Fenster müssten ihren Beitrag leisten, heißt es in der Mitteilung: Notwendige Ausgaben seien kritisch zu prüfen, Prioritäten zu setzen und vorhandene Handlungsspielräume verantwortungsvoll zu nutzen. Mertens appelliert an die politischen Kräfte, sich mit den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde auseinanderzusetzen. Bei den Beratungen für den Haushalt 2026 sei es gelungen, über Fraktionsgrenzen hinweg einen ausgeglichenen Haushalt mit breiter Mehrheit zu beschließen.