„Vom Träumen und Arbeiten“ im Stadtmuseum Bergkamen
Fotoausstellung von Emine Ercihan und Lukas Zander mit Lesung am 28. Oktober 2026

Im Stadtmuseum Bergkamen ist vom 11. Oktober bis zum 6. Dezember 2026 die Ausstellung „Vom Träumen und Arbeiten“ von Emine Ercihan und Lukas Zander zu sehen. Die Fotoausstellung widmet sich den Themen Sehnsucht, Arbeit, Migration und Heimat und nimmt ihren Ausgangspunkt in der Geschichte der Arbeitsmigration in Bergkamen.
Die beiden künstlerischen Positionen nähern sich der Frage, was Menschen bewegt, wenn sie aufbrechen, ankommen und nach einem Ort suchen, den sie Heimat nennen können. Dabei setzt Emine Ercihan mit ihrer Arbeit „Antrag auf Arbeitserlaubnis“ bei Menschen der sogenannten ersten Gastarbeitergeneration an. Sie zeigt Porträts von Menschen aus ihrem privaten Umfeld und macht persönliche Erinnerungen und Erfahrungen von Migration sichtbar. Die Arbeit erzählt von Hoffnungen, vom Wunsch nach einem Leben voller Möglichkeiten, aber auch von Verlust und vom Zurücklassen vertrauter Orte.
Lukas Zander richtet mit „Eine tragische Liebesgeschichte vor traumhafter Kulisse“ den Blick stärker nach innen. In seiner Arbeit wird Sehnsucht als emotionaler Zustand erfahrbar, als Suche nach Nähe, Identität und Geborgenheit.
Im Zusammenspiel der beiden künstlerischen Ideen entsteht ein Dialog zwischen individuellen Lebenswegen und regionaler Identität. Die Ausstellung lädt dazu ein, über eigene Vorstellungen von Heimat nachzudenken und danach zu fragen, was Zugehörigkeit ausmacht.
Eine besondere Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung ist eine Lesung am Mittwoch, 28. Oktober 2026, um 19 Uhr im Wolfgang-Fräger-Raum des Stadtmuseums Bergkamen. Zu Gast sind die Autorinnen Gamze Kubaşik und Christine Werner. Gemeinsam mit Semiya Şimşek haben sie das Buch „Unser Schmerz ist unsere Kraft“ verfasst, in dem sie die Ermordung ihrer Väter durch die rechtsextreme Terrorzelle NSU aus der Perspektive der Hinterbliebenen schildern und von den tiefgreifenden Auswirkungen der Taten auf ihr Leben erzählen.
Die Lesung erweitert die Ausstellung um die Perspektive der Angehörigen rechter Gewalt. Fragen nach Heimat und Zugehörigkeit verbinden sich dabei mit Erfahrungen von Ausgrenzung, Verlust und gesellschaftlicher Verantwortung.
Mit „Vom Träumen und Arbeiten“ verbindet die Galerie sohle 1 Kunst, persönliche Geschichten und die regionale Vergangenheit Bergkamens mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Ausstellung und Lesung laden dazu ein, über Migration, Erinnerung, Verlust, Sehnsucht und die Bedeutung von Heimat ins Gespräch zu kommen.
Termine
Ausstellung: „Vom Träumen und Arbeiten“ von Emine Ercihan und Lukas Zander, 11. Oktober bis 6. Dezember 2026
Ausstellungseröffnung: 11.10.2026, 11.00 Uhr
Lesung: „Unser Schmerz ist unsere Kraft“ mit Gamze Kubaşik und Christine Werner, Mittwoch, 28. Oktober 2026, 19:00 Uhr, Wolfgang-Fräger-Raum im Stadtmuseum Bergkamen
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