Datteln erinnert am 9. November an die Pogromnacht
Mit einer Gedenkstunde und einem öffentlichen Zeichen am ehemaligen Standort der Synagoge erinnert Datteln am Montag, 9. November, an die Pogromnacht von 1938. Bürgerinnen und Bürger sind um 17 Uhr an der Marktstraße/Ecke Türkenort aufgerufen, ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Die Gedenkstunde beginnt um 18 Uhr im Etienne-Bach-Haus, Pevelingstraße 30.
Bürgermeister André Dora wird bei der Gedenkstunde seine Gedanken zur Pogromnacht vortragen. Pfarrer Thomas Mämecke richtet ebenfalls ein Wort an die Anwesenden. Gerda E. H. Koch, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Kreis Recklinghausen e. V., spricht über zwei Ausstellungen, die im Rahmen der Veranstaltung eröffnet werden: „Schulen gegen Antisemitismus“ im Etienne-Bach-Haus der Evangelischen Kirchengemeinde und „Kinder, die nicht zählten“ in der VHS im Dorfschultenhof.
Schülerinnen und Schüler des Comenius-Gymnasiums geben einen jungen Blick auf den Holocaust. Musikalische Beiträge rahmen ihre Beiträge ein.
Die Gedenkstunde wird gemeinsam vom Comenius-Gymnasium Datteln, der Evangelischen Kirchengemeinde Datteln, den Katholischen Kirchen in Datteln, dem Plattdeutschen Sprach- und Heimatverein Datteln 1922 und der Stadt Datteln veranstaltet.
Erinnerung an die Pogromnacht
In Datteln brannte die Synagoge in der Pogromnacht nicht; die Gräueltaten begannen dort laut Mitteilung erst einen Tag später. Der 9. November 1938 markierte den Auftakt zum Holocaust in Deutschlandexterner Link, öffnet ein neues Fenster. Jüdinnen und Juden wurden ausgegrenzt, ihre Geschäfte geplündert und Gotteshäuser in Brand gesetzt. Tausende wurden misshandelt, verhaftet, deportiert und getötet. Sechs Millionen Jüdinnen und Juden wurden im Holocaust ermordet.