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Mehr Gehölze in Datteln ab Oktober 2026 aufgrund erhöhter Verkehrssicherheitsprüfungen

KSD plant Ersatzpflanzungen, wenn Bäume stark geschädigt oder abgestorben sind und eine Gefahr für Menschen oder Verkehrswege darstellen.

Von Redaktionsteam Datteln04.09.26, 12:35

Wegen der anhaltenden Belastungen durch Hitze, Trockenstress und Schädlinge müssen in Datteln in diesem Jahr voraussichtlich ab Oktober 2026 mehr Gehölze als sonst entfernt werden. Nach Angaben des KSD steht dabei die Verkehrssicherheit an erster Stelle. Jeder gefällte Baum soll durch einen neuen ersetzt werden.

Die Schäden an den Bäumen haben sich nach Darstellung des KSD in den vergangenen Jahren summiert. Schon die heißen Jahre 2017 und 2018 hätten den Bestand belastet, hinzu kämen in diesem Jahr erneut hohe Temperaturen bis teils um die 40 Grad. Viele Bäume seien zudem durch Schädlinge geschwächt. In der Folge gebe es vermehrt Exemplare, die nicht mehr standsicher oder verkehrssicher seien.

„In den Vorjahren waren es schon mal um die 30 Bäume, die wir in einem Jahr fällen mussten“, sagt Lukas Glockzin, Fachdienstleiter Grünanlagen, Friedhöfe beim KSD. „Aber jetzt stellen wir bei der Kontrolle und Pflege immer häufiger fest, dass es mehr geschädigte und nicht mehr standsichere Bäume gibt. Dazu zählen fast alle heimischen Arten. Deshalb ist es so wichtig, dass wir vor allem geschädigte Bäume regelmäßig kontrollieren und ihre Stand- und Bruchsicherheit beurteilen.“

Mehrere Ursachen schwächen den Baumbestand

Nach Angaben des KSD ist nicht mehr nur eine einzelne Ursache für die Schäden verantwortlich. Vielmehr wirkten mehrere Faktoren zusammen. Dazu zählen Trockenstress und Hitze ebenso wie Schädlinge und Pilze. In solchen sogenannten Komplexkrankheiten könne sich der Zustand eines Baumes innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit deutlich verschlechtern.

Der KSD verweist außerdem auf die Folgen des Klimawandels mit anhaltenden Trockenperioden, hohen Temperaturen und weiteren Witterungsextremen. Diese Belastungen schwächten viele Bäume und erhöhten ihre Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge. Zugleich breiteten sich neue Schädlinge und Pilzerkrankungen verstärkt aus.

Als Beispiel nennt der KSD das Eschentriebsterben. Dabei werde die Esche zunächst durch einen Pilzerreger geschädigt. Absterbende Triebe und Kronenteile schwächten den Baum weiter; zusätzliche Schäden im Stamm- oder Wurzelbereich könnten die Stand- und Bruchsicherheit weiter beeinträchtigen.

Auch Buchen seien betroffen. Dort werde in den Kronen sichtbar, dass sie lichter werden, zudem sterben Äste vermehrt ab und es komme bei längerer Trockenheit zu Sonnenbrand an der Rinde. Bei bereits geschwächten Bäumen hätten Pilze und weitere Schadorganismen dann leichtes Spiel.

Bei Roßkastanien nennt der KSD die Kastanienminiermotte und ein Bakterium als Belastungen. Wenn die Bäume bereits geschwächt seien, könne zusätzlich der Samtfußrübling auftreten, ein holzzersetzender Pilz, der die Stand- und Bruchsicherheit weiter beeinträchtigen könne.

Auch Eichen könnten durch das Zusammenspiel von Trockenstress, Insektenfraß und Pilzerkrankungen deutlich geschwächt werden. Besonders aufmerksam beobachtet werden müssten nach Angaben des KSD verschiedene Borkenkäferarten, holz- und rindenbesiedelnde Pilze sowie wärmeliebende Insektenarten, deren Ausbreitung durch veränderte klimatische Bedingungen begünstigt werden könne. Zudem könne bei vorgeschädigten Ahornbäumen nach heißen und trockenen Perioden die Rußrindenkrankheit auftreten.

Fällungen werden sorgfältig geprüft

Ein Baum wird nach Angaben des KSD dann gefällt, wenn er stark geschädigt oder abgestorben ist und eine Gefahr für Menschen, Gebäude oder Verkehrswege darstellt. Ziel sei es jedoch, jeden Baum so lange wie möglich zu erhalten.

„Unser Grundsatz ist, dass wir jeden Baum so lange erhalten wie möglich. Deshalb treffen wir eine Fällentscheidung niemals leichtfertig“, sagt Lukas Glockzin. „Wir beurteilen den Zustand jedes betroffenen Baums individuell. Dabei gilt immer das Vier-Augen-Prinzip: Mindestens zwei fachkundige Mitarbeitende prüfen und bewerten, ob eine Fällung überhaupt erforderlich ist. So stellen wir sicher, dass alles sorgfältig beurteilt wird und nachvollziehbar ist.“

Wo es fachlich vertretbar und mit der Verkehrssicherheit vereinbar sei, würden Bäume erhalten und durch geeignete Pflegemaßnahmen stabilisiert. Erst wenn ein Erhalt nicht mehr möglich sei oder die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden könne, werde eine Fällung erforderlich.

Nachpflanzungen und klimaresiliente Arten

Der KSD kündigt an, den städtischen Baumbestand kontinuierlich zu beobachten und langfristig widerstandsfähiger zu entwickeln. Bei Nach- und Neupflanzungen solle verstärkt darauf geachtet werden, geeignete und möglichst klimaresiliente Baumarten auszuwählen.

Ziel sei es, einen gesunden, vielfältigen und langfristig stabilen Baumbestand zu erhalten. Die zusätzlichen Fällungen in diesem Jahr seien deshalb Teil der notwendigen Maßnahmen, um auf zunehmende Schäden zu reagieren und gleichzeitig die Sicherheit zu gewährleisten.

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