Wassenberg richtet neues Orientierungssystem im Wald ein
Die Stadt Wassenberg hat gemeinsam mit ihrer Feuerwehr ein neues Orientierungssystem in allen Wassenberger Waldgebieten eingerichtet. Nach Angaben der Stadt wurden inzwischen mehr als 230 Rettungs- und Orientierungspunkte geschaffen. Sie sollen die Orientierung im Wald verbessern und im Notfall dazu beitragen, Einsatzkräfte schnell an den richtigen Ort zu führen.
Unterstützung für Waldbrandbekämpfung und Rettungseinsätze
Entwickelt wurde das System ursprünglich zur Unterstützung der operativen Waldbrandplanung. Die eindeutig nummerierten und georeferenzierten Punkte schaffen laut Mitteilung ein einheitliches Bezugssystem für die Einsatzplanung. Markiert werden unter anderem mit Feuerwehrfahrzeugen befahrbare Wege, mögliche Strecken für den Pendelverkehr zur Löschwasserversorgung, Wasserübergabepunkte sowie geeignete Wendestellen für größere Einsatzfahrzeuge.
Die Wassenberger Waldflächen wurden dafür in 30 namentlich definierte Waldgebiete gegliedert. Für diese Bereiche werden nun schrittweise eigene Einsatzpläne für die Waldbrandbekämpfung erstellt. Dabei wird auch berücksichtigt, mit welchen Einsatzmitteln die einzelnen Bereiche aufgrund ihrer Fahrbahnbeschaffenheit erreicht werden können. Genannt wird in diesem Zusammenhang auch das neue Utility Terrain Vehicle (UTV) der Informations- und Kommunikations-Einheit der Feuerwehr Wassenberg.
Auch für die Bevölkerung nutzbar
Die Orientierungspunkte dienen nicht nur der Feuerwehr, sondern können auch von Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden. Jeder Punkt ist eindeutig gekennzeichnet und bereits bei der Rettungsleitstelle des Kreises Heinsberg hinterlegt. Wer im Wald einen Notfall meldet, etwa bei einem Sturz, einer Orientierungslosigkeit oder einer anderen Notlage, kann über die europaweit einheitliche Notrufnummer 112 die Nummer des nächstgelegenen Rettungs- und Orientierungspunktes angeben. Dadurch lässt sich der Standort genau zuordnen und die Einsatzkräfte können gezielt dorthin geführt werden.
Auch wenn der Aufenthaltsort einer hilfesuchenden oder verunglückten Person über die mobile Ortung durch die Leitstelle ermittelt wird, können die hinterlegten Punkte zusätzlich als Orientierung für die anrückenden Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst dienen.
Umsetzung durch Stadt und Freiwillige Feuerwehr
Das Projekt wurde laut Stadtverwaltung innerhalb weniger Monate von der Planung bis zur Umsetzung realisiert. Die finanziellen Mittel für die Beschaffung der Rettungs- und Orientierungspunkte kamen aus Haushaltsmitteln der Stadt Wassenberg. Fachlich erarbeitet wurde das Vorhaben durch das Sachgebiet Brandschutz, Hilfeleistung und Katastrophenschutz des städtischen Ordnungsamtes. Die Installation der mehr als 230 Schilder übernahmen ehrenamtliche Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Wassenberg.
Bei der Umsetzung konnte auf die vorhandene Infrastruktur des Wandernetzwerks Wassenberg zurückgegriffen werden. Die neuen Plaketten wurden in Form und Gestaltung an die vorhandenen Beschilderungselemente des Routebureau Noord- en Midden-Limburg angelehnt. Für die Montage konnten fast ausschließlich bereits vorhandene Wanderpfähle genutzt werden, wodurch zusätzliche Pfosten weitgehend entbehrlich wurden und die Kosten der Umsetzung weiter gesenkt werden konnten.
Erste Beschädigungen durch Vandalismus
Noch vor der offiziellen Indienststellung wurden im Bereich Birgeler Wald bereits erste Schilder durch Vandalismus beschädigt oder entwendet. Die Stadt Wassenberg hat dazu nach eigenen Angaben bereits Anzeige bei der Polizei erstattet.
Die Stadt bittet darum, die Rettungs- und Orientierungspunkte als das zu behandeln, was sie sind: Einrichtungen, die im Ernstfall zur schnellen Orientierung von Einsatzkräften und damit zur Sicherheit aller Menschen in den Wassenberger Waldgebieten beitragen können. Wer verdächtige Beobachtungen oder Hinweise zu Beschmutzungen machen kann, wird gebeten, sich an die Polizei zu wenden.