Wartburgstraße und Emscherbrücke: Baubeginn für Sanierung, Ausbau und Neubau in Castrop-Rauxel
Vorgesehen sind Erneuerung der Straße mit Geh- und Radwegen sowie eine neue Steganlage für Rad- und Fußverkehr

In Castrop-Rauxel haben die Arbeiten an einem umfangreichen Bauprojekt begonnen. Mit einem symbolischen ersten Spatenstich gaben die Emschergenossenschaft und der Kreis Recklinghausen den Startschuss für die Sanierung und den Ausbau der Wartburgstraße im Bereich der Emscher sowie für den Abriss und Neubau der Emscherbrücke.
An dem Termin nahmen Prof. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, Prof. Dr. Frank Obenaus, Vorstand für Wassermanagement und Technik, und Landrat Bodo Klimpel gemeinsam mit den Planern und Baufirmen teil.
Ausbau von Straße, Brücke und Radwegen
Die Wartburgstraße wird zwischen Heerstraße und Freiheitstraße ausgebaut und beidseitig um einen Geh- und Radweg verbreitert. Die bestehende Emscher-Brücke wird erneuert und um eine Steganlage für den Rad- und Fußverkehr unter der Brücke ergänzt. Zusätzlich soll die bisherige Baustellenampel, die zur Beseitigung einer Unfallhäufungsstelle errichtet worden war, durch eine dauerhafte Anlage ersetzt werden.
Nach Angaben der Beteiligten soll das Projekt nicht nur die Infrastruktur verbessern, sondern auch die Nahmobilität stärken. Vorgesehen ist eine kreuzungsfreie Querung der Wartburgstraße für Radfahrende und Spazierende über die Steganlage unterhalb der Brücke. Dadurch soll außerdem die Anbindung an den Platz der Schichten und den Sprung über die Emscher ermöglicht werden.
Sperrung ab Oktober
Für die Arbeiten ist ab Oktober eine Vollsperrung zwischen Freiheitstraße und Heerstraße erforderlich. Die Sperrung endet voraussichtlich Ende November 2027. Die Gesamtmaßnahme soll bis zum Jahresende 2027 abgeschlossen sein.
Warum ein Neubau nötig ist
Die neue Brücke über die Emscher wird um vier Meter von derzeit 10,7 auf künftig 14,7 Meter verbreitert. Die bisherige Brücke wurde 1911 errichtet, im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1950/1951 neu aufgebaut. Prüfungen haben laut Mitteilung ergeben, dass sie nicht mehr saniert werden kann. Deshalb sei ein Neubau des Bauwerks unumgänglich.
Gemeinsames Vorgehen von Kreis und Emschergenossenschaft
Wegen der räumlichen Nähe beider Maßnahmen haben der Kreis Recklinghausen und die Emschergenossenschaft die Planung für Brücke, Straße und Radwege gemeinsam durchgeführt und dafür auch eine Ausschreibungsgemeinschaft für den gemeinsamen Bau gebildet. Nach Angaben der Projektbeteiligten sollen die Synergien einen reibungsloseren und kürzeren Bauablauf auf engem Raum ermöglichen.
Die Beteiligten verweisen zudem darauf, dass Maßnahmen dieser Größenordnung eine umfangreiche Abstimmung mit verschiedenen Stellen erfordern. Diese Abstimmung sei unter anderem notwendig, damit geplante Umleitungsstrecken tatsächlich zur Verfügung stehen. Wegen bereits bestehender und in den kommenden Jahren geplanter anderer Maßnahmen habe es keine zeitlichen Alternativen gegeben. Eine Verschiebung der Sanierung um mehrere Jahre wäre nach Darstellung der Projektpartner nicht mehr vertretbar.
Zahlen, Daten, Fakten
Für das Projekt sind unter anderem folgende Arbeiten geplant:
- rund 25.000 Kubikmeter Erdbewegungen,
- rund 10.000 Tonnen Schottereinbau,
- rund 3.500 Tonnen Asphalteinbau,
- rund 6 Kilometer Kabelschutzrohre,
- rund 2 Kilometer Bord- und Rinnenanlage,
- rund 500 Meter Kanalbau mit Bauwerken,
- rund 220 Meter Winkelstützwand,
- rund 500 Tonnen Stahl für Brückenbauwerke sowie
- rund 2.000 Kubikmeter Beton für Brückenbauwerke.
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