Gedenken an die Deportation der Gelsenkirchener Sinti und Roma nach Auschwitz

Gelsenkirchen erinnert am 29. September 2026 am Rosa-Böhmer-Platz an die Deportation der Sinti und Roma nach Auschwitz – mit Gedenkrede.

Von Redaktion Gelsenkirchen1 Min. Lesezeit

Auf dem Rosa-Böhmer-Platz gegenüber dem Hans-Sachs-Haus erinnert die Stadt Gelsenkirchen am Dienstag, 29. September 2026, an die Opfer der Deportation der Gelsenkirchener Sinti und Roma nach Auschwitz. Zu der Gedenkveranstaltung lädt die Stadt seit 2023 im September gemeinsam mit dem Landesverband Deutscher Sinti NRW und weiteren Verbänden und Initiativen der Sinti und Roma ein.

Der Platz ist nach Rosa Böhmer benannt, die am 22. September 1933 in Gelsenkirchen-Schalke geboren wurde und neun Jahre alt wurde. Ihre Familie gehörte zur Minderheit der Sinti, die während der nationalsozialistischen Diktatur verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Über ihr Schicksal und das ihrer Familie informiert am Platz eine Erinnerungsorte-Tafel des Instituts für Stadtgeschichte der Stadt Gelsenkirchen.

Rosa Böhmer wurde am 10. März 1943 gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren acht Geschwistern abgeholt und mit einem Sammeltransport von insgesamt 66 Personen nach Auschwitz deportiert. Nur zwei Menschen dieses Transports überlebten. In diesem Jahr kamen nach Angaben der Stadt über 70 Menschen zusammen, um der Ermordung von Rosa Böhmer zu gedenken.

In der Gedenkrede betonte Gelsenkirchens Bürgermeister Manfred Leichtweis, dass sich auch die Stadt Gelsenkirchen in der Zeit des Nationalsozialismus mitschuldig gemacht habe, und bat um Verzeihung. Moritz Winter vom Landesverband Deutscher Sinti NRW in Gelsenkirchen stellte die Frage nach dem „Warum“ in den Mittelpunkt und verwies darauf, dass ohne Erinnerung an die Verbrechen der Vergangenheit die Gegenwart nicht zu verstehen sei.

Nach Angaben der Stadt steht Rosa Böhmers Geschichte stellvertretend für das Schicksal der Sinti und Roma in Europa. Unter ihnen waren demnach mehr als 300 Menschen aus Gelsenkirchen. Hunderttausende wurden deportiert, bis zu einer halben Million Angehörige dieser Minderheit wurden in Vernichtungslagern ermordet.

Der Rosa-Böhmer-Platz trägt seit 2020 diesen Namen.

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