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14. Herner Bildungsgespräche: Lebenswelt von Kindern im Fokus

Einblicke der Kindheitsforschung zu sozialer Ungleichheit, digitalen Medien und Kinderbeteiligung im LWL-Museum für Archäologie und Kultur

Von Redaktion Herne09.09.26, 16:39

Bei den 14. Herner Bildungsgesprächen stand die Lebenswelt von Kindern im Mittelpunkt. Die Veranstaltung fand am Montag, 7. September 2026, im LWL-Museum für Archäologie und Kultur statt.

Das Kommunale Bildungsbüro der Stadt Herne hatte dafür Tanja Betz, Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Kindheitsforschung an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, eingeladen. Nach Grußworten von Bildungsdezernent Andreas Merkendorf und Torsten Dittrich, Rektor im Schulaufsichtsdienst, sprach sie unter dem Titel „Kindheit im Wandel – Lebens- und Bildungswelten von Kindern heute“.

Betz gab Einblicke in aktuelle Erkenntnisse der Kindheitsforschung und betonte, dass es nicht „die“ Kindheit gebe. Kinder wüchsen unter sehr unterschiedlichen sozialen und familiären Bedingungen auf. Zugleich seien Kindheit und Jugend heute von hohen gesellschaftlichen Erwartungen geprägt, etwa mit Blick auf Bildung, Entwicklung und Förderung.

Soziale Ungleichheit, Medien und Beteiligung

Ein Schwerpunkt des Vortrags lag auf sozialer Ungleichheit und Armut. Betz zeigte auf, dass soziale Herkunft bereits im frühen Kindesalter mit unterschiedlichen Bildungschancen verbunden sei.

Auch die zunehmende Bedeutung digitaler Medien für den Alltag von Kindern wurde thematisiert. Dabei ging es sowohl um mögliche Risiken als auch um das Recht von Kindern auf digitale Teilhabe.

Ein weiterer Fokus lag auf der Beteiligung von Kindern. Obwohl es inzwischen zahlreiche Beteiligungsformate in Kitas und Schulen gibt, stellte Betz die Frage, wie viel tatsächliche Mitbestimmung Kindern im Alltag ermöglicht werde. Gerade mit Blick auf den Ganztag brauche es neben Lern- und Bildungsangeboten auch Möglichkeiten für Rückzug und Privatheit.

Zum Abschluss ihres Vortrags plädierte Tanja Betz dafür, mediale Vorstellungen von Kindheit kritisch zu hinterfragen und genauer hinzusehen, welche gesellschaftlichen Leitbilder dahinterstehen. Kindheit sei zwar als Schutz-, Schon- und Lernraum eine wichtige Errungenschaft, gleichzeitig aber keineswegs eine grundsätzlich freie und unbeschwerte Zeit. Kinder und Familien seien mit hohen Erwartungen konfrontiert.

Die anschließende Diskussion bot den Teilnehmenden Gelegenheit, die Impulse des Vortrags auf die eigene pädagogische und gesellschaftliche Praxis zu beziehen und gemeinsam darüber nachzudenken, wie gute Bildungs- und Lebensbedingungen für Kinder gestaltet werden können.

„Der Vortrag hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, unsere eigenen Vorstellungen von Kindheit immer wieder zu hinterfragen. Wenn wir gute Bildungs- und Lebensbedingungen für Kinder schaffen wollen, müssen wir die unterschiedlichen Lebenslagen von Kindern ernst nehmen und ihnen echte Möglichkeiten zur Beteiligung geben“, betonte Dr. Jasmin Schwanenberg, Leiterin des Kommunalen Bildungsbüros der Stadt Herne.

Reihe mit regelmäßigem Austausch

Die Herner Bildungsgespräche bieten Fachkräften aus Bildungseinrichtungen sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung regelmäßig Raum für wissenschaftliche Impulse und den Austausch über aktuelle Entwicklungen im Bildungsbereich. Mit der 14. Ausgabe setzte das Kommunale Bildungsbüro einen Schwerpunkt auf die Frage, was Kinder heute für ein gutes Aufwachsen und erfolgreiche Bildungswege benötigen.

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