Wittens Haushalt steht unter erheblichem Druck

Wittens städtischer Haushalt steht weiter unter erheblichem Druck. Das zeigt der aktuelle Bericht über die Haushaltsausführung zum 30. September 2026 und die Umsetzung des Haushaltssicherungskonzepts. Die Stadtverwaltung strebt an, bis Ende November eine schriftliche Vorlage für die politischen Gremien einzubringen. Ob der Haushalt genehmigungsfähig sein wird, ist nach den derzeitigen rechtlichen und finanzwirtschaftlichen Vorgaben noch offen.
Das geplante Defizit beträgt rund 70,5 Millionen Euro. Um zu verhindern, dass es weiter steigt, sieht die Verwaltung dringenden Handlungsbedarf. Bereits in der Juli-Sitzung des Stadtrats hatte Stadtkämmerer Matthias Kleinschmidt eine strikte Begrenzung der Ausgaben für die gesamte Verwaltung angekündigt.
Steuereinnahmen und Personal belasten den Haushalt
Zum Stichtag lag die Gewerbesteuer mit rund 50,01 Millionen Euro etwa 9,01 Millionen Euro unter dem Planansatz von rund 59,02 Millionen Euro. Bei der Grundsteuer B verzeichnet die Stadt derzeit Mindererträge von rund 2,9 Millionen Euro.
Bei den Personal- und Versorgungsaufwendungen ergibt sich laut Bericht unter Berücksichtigung der Tariferhöhungen und der Entwicklung der Rückstellungen ein zusätzlicher Bedarf von rund 18,51 Millionen Euro. Für Sach- und Dienstleistungen wird ein Mehraufwand von rund 1,16 Millionen Euro erwartet, vor allem bei Energie, Wasser und Instandhaltung städtischer Gebäude.
Unterschiedliche Entwicklung bei weiteren Ausgaben
Die Aufwendungen für Leistungen an Asylbewerberinnen und Asylbewerber gelten den aktuellen Hochrechnungen zufolge als ausreichend. Auch das Budget der Jugendhilfe wird als auskömmlich eingeschätzt. Die Ansätze dafür wurden für 2026 gegenüber 2024 insgesamt um 26,2 Prozent erhöht.
Bei den Kindertageseinrichtungen wird ein Minderaufwand von rund 6 Millionen Euro erwartet, weil sich neue Maßnahmen verschieben – nicht wegen Kürzungen. Für die Kreisumlage veranschlagt die Stadt einen Mehraufwand von rund 5 Millionen Euro bei einem Hebesatz von 46,75 Prozent. Die Zinsaufwendungen für Investitions- und Liquiditätskredite könnten nach aktueller Prognose um rund 8,5 Millionen Euro sinken. Dennoch steht auch der Investitionshaushalt in diesem Jahr unter erheblichem Druck.
Der Bericht ist auf der Website der Stadt Witten unter „Umsetzungsberichte / Quartalsberichte“ zu finden; auch die Suche nach „Quartalsbericht“ führt zum Dokument.